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Geyer, Stefi

geboren 23.6.1888 Budapest, gestorben 11.12.1956 Zürich, von Zürich. Tochter des Joseph. ∞ 1920 Walter Schulthess. Violinstud. in Budapest bei Jenö Hubay. Als "Wunderkind" machte sie Konzertreisen durch Österreich, Deutschland, Italien und Rumänien. 1906 begann die Freundschaft mit Béla Bartók, der für sie 1907-08 sein erstes Violinkonzert komponierte. 1919 übersiedelte sie nach Wien, 1920 nach Zürich. Die Künstlerin erlangte durch ihr leidenschaftl. Spiel in Solokonzerten, Rezitals und Duoabenden u.a. mit Wilhelm Backhaus, Othmar Schoeck, Walter Frey und ihrem Gatten internat. Ruhm. 1941 gründete sie mit Rudolf Baumgartner, Ottavio Corti und Eric Guignard das Stefi-Geyer-Quartett. Ihre hohe geigerische Kunst gab sie 1934-53 als Leiterin einer Konzertausbildungsklasse am Konservatorium Zürich weiter. Als Gründerin und Erste Konzertmeisterin des Collegium Musicum 1941-56 bereicherte sie das Zürcher Musikleben. Jenö Hubay, Emile Jaques-Dalcroze, Walter Schulthess, Willy Burkhard und Othmar Schoeck widmeten ihr Violinwerke. Mehrere Schallplatten belegen ihre zugleich temperamentvollen und feinsinnigen Interpretationen.


Literatur
– W. Schuh, «Stefi G.», in Schweizer Musikztg. 97, 1957, 35 f.
– C. Dumont, «Stefi G.», in Musik und Theater 3, 1982, Nr. 1, 10

Autorin/Autor: Regula Puskás