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Fröhlich, Friedrich Theodor

geboren 20.2.1803 Brugg, gestorben 16.10.1836 Aarau (Freitod in der Aare), ref., von Brugg. Sohn des Emanuel, Gerbers, Stadtrats und Friedensrichters, ab 1806 Lehrers, und der Rosina geb. Märki. Bruder des Abraham Emanuel ( -> 1). ∞ Ida von Klitzing, aus Demerthin (Preussen). Nach dem Besuch des Gymnasiums in Zürich (Bekanntschaft mit Hans Georg Nägeli) studierte F. auf Wunsch der Eltern im Wintersemester 1822-23 in Basel und 1823-24 in Berlin Rechtswissenschaften. Wegen gesundheitl. Störungen kam er 1824 nach Brugg zurück und nahm Unterricht in Komposition bei Michael Traugott Pfeiffer in Aarau. Ein Stipendium der aarg. Kantonsregierung ermöglichte ihm 1826 einen zweiten Aufenthalt in Berlin. Ziel war diesmal eine sorgfältige Ausbildung in Komposition und Klavier (bei Carl Friedrich Zelter, Bernhard Klein und Ludwig Berger), die er um 1828 abschloss. 1830 kam F. in die Schweiz zurück und fand in Aarau nach vielfältigen Bemühungen eine bescheidene Existenz als privater Musiklehrer und als Teilzeit-Lehrer an verschiedenen öffentl. Schulen. Trotz Unterricht, Chorgründungen und Konzerten löste das Wirken von F. kaum Resonanzen aus. Hinzu kamen immer wieder finanzielle Bedrängnisse und schwere persönl. Belastungen. F.s Werk umfasst u.a. Orchesterwerke, Kammer- und Klaviermusik und versch. Vokalwerke. Der grösste Teil wurde zu seinen Lebzeiten nicht aufgeführt. Heute liegen versch. CD-Aufnahmen vor. Die neu edierte und neu aufgenommene "1. Messe" (1828), die als eines von F.s Hauptwerken galt, stammt nach neueren Forschungen von Johann Gottlieb Naumann. Auch andere Manuskripte, die F. stilistisch zugeordnet wurden, weisen keine persönl. Signatur des Komponisten auf. Dieser Befund lässt im Augenblick viele Fragen zu Wirken und Werk offen.


Werke
Sonate für Violoncello und Klavier f-moll, 1977
Sechs Elegien für das Pianoforte, 1998
Archive
– UBB, Nachlass
Literatur
– P. Sarbach, Friedrich-Theodor F., 1984
– P. Sarbach, «Zwischen Trauer und Überschwang», in Brugger Njbl., 1987, 79-88
RISM CH

Autorin/Autor: Pierre Sarbach