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Ghirone

Polit. Gem. TI, Bez. Blenio. Sie umfasst die Weiler Baselga, Cozzera und Aquilesco. 1200 Agairono. 1682 370 Einw. (mit Buttino); 1836 162 (mit Buttino); 1860 111; 1900 81; 1910 100; 1950 70; 1960 340 (Bau der Luzzone-Staumauer); 1970 64; 2000 44. 1334 erwarb das Kloster Disentis in G. grundherrl. Rechte. G. gehörte zur Vicinanza Aquila; 1803 erfolgte der Zusammenschluss mit der gleichnamigen Gem., 1836 trennte sich G. von Aquila und gründete mit Buttino zusammen eine eigene Gemeinde. Buttino war bis gegen Ende des 19. Jh. bewohnt und ist schon im 13. Jh. als autonome Körperschaft belegt. Die beiden Gem. schlossen sich 1842 bzw. 1846 ein zweites Mal mit Aquila zusammen und trennten sich 1853 endgültig davon. Die Bürgergemeinde (patriziato), die noch heute den Namen G.-Buttino trägt, entstand 1914. Die erstmals 1215 erw. Kirche SS. Martino e Giorgio wurde um 1700 umgebaut. Die Pfarrei trennte sich 1758 von Aquila und wurde selbstständig. Wie für die anderen Gem. des Tals stellte die schon in der frühen Neuzeit intensive Auswanderung in europ. Länder (Kastanienröster, Dienstboten, Kellner) eine bedeutende Einnahmequelle dar und führte zu einem ständigen Bevölkerungsschwund. Ende der 1950er Jahre wurde auf einem weiten Gebiet, das den Bürgergemeinden von G. und Aquila gehörte, die Luzzone-Staumauer erbaut (1995 und 1999 erhöht), die der Stromerzeugung mittels Wasserkraft dient. Die für den Bau der Staumauer angelegte neue Strasse mit dem Tunnel von Toira wurde 1958 eröffnet und gab dem Winter- und Sommertourismus, zusammen mit der Entwicklung eines Wintersportzentrums (gemeinsam mit Campo Blenio), entscheidenden Auftrieb. Die Viehzucht, die jahrhundertelang der Haupterwerbszweig war, ist hingegen stark zurückgegangen.


Quellen
MDT, Ser. 3
Literatur
– M. Vicari, Valle di Blenio 1, 1992
– L. Solari, Blenio: una valle a confronto, 1998
Comune di G., 1853-2003, hg. von F. Ferrari, 2003

Autorin/Autor: Sonia Fiorini / PTO