Ecublens, d' [von]

Geschlecht aus dem niederen waadtländ. Adel, das seit Mitte des 12. Jh. im Dorf desselben Namens mit Wilhelm und dessen Bruder Conon bezeugt ist. Die E. waren wohl Ministeriale der Bf. von Lausanne; meist trugen sie den Titel eines Ritters. Am einflussreichsten war das Geschlecht Ende des 12. und Anfang des 13. Jh.: Ritter Pierre, Bruder des Nantelmus ( -> 2) und Vater Wilhelms ( -> 3), ist zwischen 1176 und 1193 belegt. Zu Beginn des 13. Jh. spaltete sich die Fam. in zwei Zweige; ab dem 14. Jh. bestand ein Grossteil des Dorfes aus nicht den E. zugehörigen Lehen. Im Niedergang begriffen, lebte das Geschlecht bis Anfang des 16. Jh. fort. Im 15. Jh. war ein Zweig, die Junker von E., Bürger von Lutry und in Lausanne niedergelassen. Ein anderer Zweig residierte immer noch in E. und besass - dies bezeugt die Gründungsurkunde der Kapelle von 1512, welche die Edelfrau Marguerite, wohl letzte Vertreterin ihres Geschlechts, ausstellen liess - in der dortigen Pfarrkirche eine Grabstätte. Eine verwandschaftl. Beziehung zwischen der Fam. E. und Jordan ( -> 1) ist nicht nachgewiesen.


Archive
– ACV
Literatur
Répertoire des familles vaudoises qualifiées, 1883, 89-90
– G. Castelnuovo L'aristocrazia del Vaud fino alla conquista sabauda, 1990, 310

Autorin/Autor: Jean-Daniel Morerod / MD