20/01/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Corzoneso

Ehem. polit. Gem. TI, Bez. Blenio, seit 2004 Teil der polit. Gem. Acquarossa. Auf der rechten Talflanke im mittleren Bleniotal; umfasst die auf Terrassen gelegenen Ortsteile C.-Dorf (723 m), Casserio und Cumiasca sowie die Häusergruppen des Gebiets am rechten Ufer des Brenno, das C. Piano genannt wird (498 m). 1210 Cursonexe. 1682 250 Einw.; 1836 434; 1850 369; 1900 275; 1950 322; 2000 506. Ein Hospiz der Humiliaten wird 1270 erwähnt. Zudem müssen auf dem Gemeindegebiet einst drei Festungen existiert haben. Die Pfarrkirche SS. Nazaro e Celso, schon 1211 bezeugt, wurde 1671 erweitert; die Kirche S. Remigio wird 1249 erwähnt. Die Auswanderung (v.a. nach Italien und England) spielte in C. - wie im ganzen Tal - eine wichtige Rolle; ab Mitte des 19. Jh. führte sie zu einem starken Bevölkerungsrückgang. In den letzten Jahrzehnten wuchs die Einwohnerzahl wieder an, dank dem Bau neuer Wohnhäuser in C. Piano. Dort befinden sich auch das Bezirksspital und ein Altersheim, welche gegenwärtig die grössten Arbeitgeber des Tals sind. 2000 waren nur fünf Personen in der einst vorherrschenden Landwirtschaft tätig (1960 64) und rund die Hälfte der erwerbstätigen Niedergelassenen arbeiteten ausserhalb der Gemeinde.


Quellen
MDT, Ser. 3
Literatur
– F. Veglio, E. Medici, Piccola storia di C. in Val di Blenio, 1948
– F. Ambrosetti et al., Blenio 71, 1972
HS IX/1, 224-233
– M. Vicari, Valle di Blenio 2, 1995

Autorin/Autor: Sonia Fiorini / RG