16/02/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Castro

Ehem. polit. Gem. TI, Bez. Blenio, seit 2004 Teil der polit. Gem. Acquarossa. Auf einer Terrasse am rechten Abhang des Bleniotales gelegen. 1200 Castri. 1567 68 Einw.; 1808 114; 1850 129; 1900 97; 1950 81; 1970 62; 2000 81. Ein Kastell, möglicherweise langobard. Urprungs, wird 1214 und 1253 erwähnt. Im MA bildete C. zusammen mit Marolta und Ponto Valentino eine einzige Körperschaft, die consiglio genannt wurde. Deren Güter wurden 1895 geteilt. Die 1205 erw. Kirche S. Giorgio wurde 1867-68 abgerissen und neu aufgebaut. Bis 1909 umfasste die Pfarrei C. auch Teile der Gem. Marolta; einige Fam. dieser Gemeinde gehörten kirchlich zu Ponto Valentino. Die Abwanderung -- bis zum 19. Jh. nach Italien, im 19. und 20. Jh. nach Frankreich, Belgien, England und in die übrige Schweiz -- führte ab der Mitte des 19. Jh. zu einem stetigen Rückgang und, gegen Ende des 20. Jh., auch zu einer Überalterung der Bevölkerung. Ab den 1970er Jahren nahm der Anteil an Zweit- und Ferienwohnungen stark zu. Die Zahl der Einwohner, die in der Landwirtschaft und in der Viehzucht tätig waren, verringerte sich beträchtlich.


Quellen
MDT, Ser. 3
Literatur
– F. Ambrosetti et al., Blenio 71, 1972
– B.M. Biucchi, Blenio una valle ambrosiana nel Medioevo, 1982

Autorin/Autor: Sonia Fiorini / GG