Aquila

Ehemalige politische Gemeinde TI, Bezirk Blenio, seit 2006 mit Campo (Blenio), Ghirone, Olivone und Torre Teil der neuen Gemeinde Blenio. Zentrum des oberen Bleniotals, auf 782 m gelegen, umfasst die Weiler Dangio, Grumarone, Pinaderio und Ponto Aquilesco. 1196 Aquili. 1602 600 Einw.; 1801 804; 1850 1'040; 1900 719; 1950 627; 2000 487. Im MA teilte A. die Geschichte des Bleniotals. Um 1200 gehörte auch die Nachbarschaft Ghirone zu A. Die 1853 bei der Trennung in zwei Gemeinden festgelegten Grenzen blieben bis zur Fusion bestehen. Die Pfarrkirche S. Vittore (1213 erw.) wurde 1728-30 wiederaufgebaut. Die Abtrennung der Bürgergemeinden erfolgte 1914. Eine wichtige Einnahmequelle stellte die Auswanderung in europ. Länder (Schokoladenhersteller, Kellner, Dienstboten) dar; sie nahm in jüngerer Zeit grosse Ausmasse an. Ab 1914 fanden zahlreiche Einwohner von A. in der Schokoladenfabrik Cima-Norma in Torre Arbeit, daneben betrieben sie oft noch Land- und Viehwirtschaft. Die Schliessung der Fabrik 1968 führte zu einem deutlichen Bevölkerungsrückgang. 1990 arbeiteten 39% im 2., 49% im 3. Sektor. 60% Wegpendler.


Literatur
– F. Ambrosetti et al., Blenio 71, 1972
– M. Vicari, Valle di Blenio 1, 1992

Autorin/Autor: Sonia Fiorini / CN