Schwarzhäusern

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Aarwangen, Verwaltungskreis Oberaargau, am linken Ufer der Aare und an der Grenze zum Kt. Solothurn gelegen, umfasst das Dorf S., die Weiler Rufshusen und Moosbach sowie Einzelhöfe. 1677 Schwartzenheüßeren. 1764 156 Einw.; 1850 458; 1900 407; 1950 409; 2000 438. Zahlreiche meso- oder neolith. Silicesfunde (Schürfeld, Rufshusen, Hubelacker, Kieswerk); frühma. Gräber im Klebenrain. Bis in die frühe Neuzeit hiess die Gem. Rufshausen (1100 Rudolfshausen). Grundbesitz sowie vielleicht auch das Niedergericht gehörten zur Herrschaft Aarwangen - mit dem Herrschaftszentrum war S. ab dem 13. Jh. über die Aarebrücke verbunden - und gelangten mit dieser 1432 an Bern. Da die Gem. Teil der Kirchgem. Niederbipp war, unterstellten Bern und Solothurn sie ihrem Niedergericht Niederbipp in der Landvogtei Bipp, die 1463 ganz an Bern fiel. 1798 kam S. zum Distrikt Wangen (ab 1803 Oberamt, ab 1831 Amtsbez.). 1871 wurde S. schliesslich der näher gelegenen Kirchgem. und dem Amtsbez. Aarwangen zugeteilt. Im 17. und 18. Jh. ergänzte Heimweberei die Landwirtschaft. Mangelnde Erwerbsmöglichkeiten führten im 19. Jh. zu Abwanderung. Landwirtschaft und Kleingewerbe stellten Anfang des 21. Jh. je gut 17% der Arbeitsplätze in der Gemeinde; rund drei Viertel der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiteten auswärts, v.a. in Aarwangen und Langenthal. Im Schulwesen arbeitet S. mit den Gem. Bannwil, Aarwangen (Oberstufe) und Langenthal (Gymnasium) zusammen.


Literatur
– K.H. Flatt, Die Errichtung der bern. Landeshoheit über den Oberaargau, 1969
Der Amtsbez. Aarwangen und seine Gem., 1991
– S. Steger, Bauinventar der Gem. S., 2004

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler