29/07/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Lumino

Polit. Gem. TI, Bez. Bellinzona. 1168 locus Lugomini, dt. früher Lugmin. 1583 350 Einw.; 1698 358; 1801 297; 1850 522; 1900 588; 1950 600; 2000 1'127. Die günstige Lage am Eingang zum Misox und die alten Befestigungen in unmittelbarer Nachbarschaft weisen auf eine frühe Besiedlung hin. Die auf Gemeindegebiet liegenden Tafelgüter des Bf. von Como wurden im 12. Jh. an Capitanei von Locarno verliehen. Das Gemeindeverzeichnis der Grafschaft Bellinzona erwähnt L. 1335; schon 1242 erscheint L. zusammen mit Castione in einer Nachbarschaft, die 1818 aufgelöst wurde. Versch. Güter und Zehntrechte gehörten der Pfarrkirche von Bellinzona. Die 1237 erw. Kirche S. Mamette wurde vor 1591 Pfarrkirche. Die Grenze zum bündner. San Vittore wurde nach jahrhundertelangen Streitigkeiten 1776 endgültig festgelegt. Während des Baus der neuen Fahrstrasse über den San Bernardino verboten die kant. Behörden 1818 den Bewohnern von L., am Strassenstück zwischen der Brücke über die Moesa und der Grenze zu Graubünden Verbesserungen vorzunehmen. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jh. veränderte die Errichtung zahlreicher neuer Wohnhäuser (2000 arbeiteten 73% der aktiven Bevölkerung ausserhalb der Gem.) sowie die Ansiedlung einer kleinen, aber blühenden Industrie das ländl. Erscheinungsbild L.s.


Literatur
– Gilardoni, Inventario, 223-232
– M. De Gottardi, Cenni storici su L., Castione e Monticello, 1980
L., hg. von S. Vassere, T. Pellanda, 2002

Autorin/Autor: Giuseppe Chiesi / GG