04/01/2007 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Gorduno

Polit. Gem. TI, Bez. Bellinzona, nördlich von Bellinzona am rechten Ufer des Flusses Tessin gelegen. 1591 400 Einw.; 1801 262; 1850 299; 1900 426; 1950 467; 2000 621. 1182 medius locus de Gorduno. Der Ort G. war schon in prähist. Zeit bewohnt. Erstmals erwähnt wird er im Streit zwischen Como und der Kirche von Mailand, der durch das Urteil von 1202 beigelegt wurde: Como erhielt dabei die kleine Kirche SS. Carpoforo e Maurizio in der sog. Burg von Gnosca, die sich allerdings auf dem Territorium von G., in strateg. Lage am Fluss Tessin, befand. Im SpätMA figurierte G. (das auch den in den Hügeln gelegenen Ortsteil Sassa umfasste) im Verzeichnis der Gem. der Herrschaft Bellinzona; 1374 wurde der Ort zusammen mit Gnosca einem von den Mailänder Domherren ernannten Podestà unterstellt. Die Abspaltung von der Mutterkirche in Bellinzona wurde in den Jahren 1538-83 vollzogen, und die Pfarrfunktionen gingen von der Burgkirche auf die Dorfkirche SS. Rocco e Sebastiano im Dorf über. Im Tal von G. wurde schon im MA Rubin abgebaut, daher der Name Gordunit für Granat enthaltendes Eruptivgestein. Auf dem Gemeindegebiet entstanden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Wohnhäuser, womit sich das Bauerndorf in eine Wohngemeinde verwandelte.


Quellen
MDT, Ser. 2
Literatur
– Gilardoni, Inventario, 210-214
– V. Gilardoni, Il Romanico, 1967, 368 f.

Autorin/Autor: Giuseppe Chiesi / CN