Ulm, von

Patriziergeschlecht aus Konstanz, das ab dem 16. Jh. teils in Zürich verbürgert war. Ein genealog. Zusammenhang mit den bereits im 13. und 14. Jh. in der Nordostschweiz auftretenden Personen, die sich U. nennen, ist nicht nachweisbar. Als gesichert gilt der Stammvater der Konstanzer Linie, Heinrich (gestorben um 1430), Bürgermeister von Konstanz in der Zeit des Konzils, der von Ks. Sigismund zum Ritter geschlagen wurde. Je ein Zweig der U. ging von den Brüdern Hans Jakob (gestorben spätestens 1539), Heinrich (gestorben 1581) und Gregor aus. Hans Jakob erhielt 1519 über seine Heirat mit Barbara Zum Thor die Gerichtsherrschaft Teufen. Sein Sohn hatte keine männl. Nachkommen und so ging die Gerichtsherrschaft 1571 an seinen Schwiegersohn Hans von Meiss. Heinrich erwarb 1529 Burg und Herrschaft Griesenberg. Dessen Sohn Heinrich (1537-1601) erlangte 1576 das Zürcher Bürgerrecht, das sein Sohn Marx ( -> 1) aber wieder verlor, nachdem er zum kath. Glauben übergetreten war. 1612 wurde Marx das Luzerner Bürgerrecht geschenkt. 1704 erlosch die Luzerner Nebenlinie. Gregor erwarb die Herrschaften Wellenberg und Hüttlingen, die bis 1669 bzw. 1674 im Besitz der Fam. blieben. Die Mitglieder dieser Linie waren ab 1674 Zürcher Bürger. Die Gerichtsherren besassen nur sporadisch das Zürcher Bürgerrecht und waren deshalb wenig an der Zürcher Politik beteiligt. Friedrich Ludwig (1668-1729) war 1716 als Achtzehner (Vertreter der Konstaffel) Mitglied des Gr. Rats sowie Obervogt von Wellenberg und Hüttlingen. Mit seinem gleichnamigen Sohn starb der schweiz. Zweig der U. 1674 aus.


Literatur
– C. Keller-Escher, Promptuarium genealogicum, o.J. (ZBZ)

Autorin/Autor: Katja Hürlimann