Bonau

Ehem. Ortsgem. TG, polit. Gem. Wigoltingen, Bez. Weinfelden. Die an der Kantonsstrasse Frauenfeld-Weinfelden zwischen Thur und Chemibach gelegene Streusiedlung umfasst B., Hüseren, Gerau, Gilhof, Schürli und Tangwang. 1367 Bonow. 1850 197 Einw.; 1900 241; 1920 221; 1970 275; 1990 215. Bis 1798 bildete B. ein sog. Hohes Gericht, das direkt dem eidg. Landvogt im Thurgau unterstand. Hüseren gehörte zum reichenauischen Gericht Müllheim und Tangwang zum Gericht Wigoltingen, in das sich die Herrschaft Altenklingen und die Dompropstei Konstanz teilten. Das Gemeindegebiet von B. lag in der Pfarrei Wigoltingen, die sich 1528 der Reformation anschloss. Die wenigen Katholiken besuchten ab 1585 die Messe in Müllheim. B. bildete 1812-1994 eine Ortsgemeinde der ehem. Munizipalgemeinde (seit 1995 polit. Gemeinde) Wigoltingen. Vor der Thurkorrektion war B. häufig Überschwemmungen ausgesetzt. In der seit dem 16. Jh. bestehenden Schürlimühle wurde 1922-58 eine Spinnerei betrieben. Um 1900 Kiesabbau. Ehemalige Putzwollefabrik Scherb in Hüseren. Wichtigster Erwerbszweig in B. war und ist die Landwirtschaft (1990 60% Erwerbstätige im 1. Sektor).


Literatur
– P. Rosenkranz, Die Gem. im Thurgau vom Ancien Régime bis zur Ausscheidung der Gemeindegüter 1872, 1969, 27, 158, 161
Die Thurgauer Gem. und ihre Wappen, 1988, 256 f.

Autorin/Autor: Gregor Spuhler