• <b>Von Klingenberg</b><br>Schloss Klingenberg von Südwesten. Lavierte Federzeichnung im "Lexicon geographico-heraldico-stemmatographicum urbis et agri Tigurini" von  Johann Friedrich Meiss,   Band 8, 1743 (Zentralbibliothek Zürich, Ms. E 60, Fol. 148r). Von der Stammburg auf dem Felsen ist heute nichts mehr zu sehen. An ihrer Stelle stand bis ins 19. Jahrhundert das auf der Zeichnung abgebildete Obere Schloss, ein turmartiges Gebäude, in dem sich der Kern der Burganlage erahnen lässt. Noch erhalten ist das im Vordergrund erkennbare Untere Schloss, das wohl im 15. Jahrhundert am Fuss des Burghügels errichtet und in der Folge mehrmals umgebaut worden war.

Klingenberg, von

Thurgauer Ritteradel des 13.-16. Jh., der im Dienst des Bf. von Konstanz und ab dem Ende des 13. Jh. in demjenigen Habsburgs stand. Die Herkunft der Fam. ist ungeklärt. Vielleicht steht sie im Zusammenhang mit den Herren von Steckborn, Rosenegg und Mülheim, mit denen sie in den 1260er Jahren gemeinsame bischöfl. Lehen in der Umgebung von Homburg, ihrem ursprüngl. Besitzzentrum mit der Burg Klingenberg, innehatte. Erstmals belegt sind die K. 1220 mit Heinrich, Zeugen für den Bf. von Konstanz. Dessen Sohn Heinrich, ab 1271 als erster Nicht-Zürcher Propst am Grossmünster, wirkte nicht zuletzt wegen seiner hohen Bildung ab etwa 1240 als Berater der Gf. von Kyburg. Seine besondere Aufmerksamkeit galt dem Kloster Feldbach (Gem. Steckborn), das mehrere weibl. Mitglieder der Fam. aufnahm. Nach dem Abgang der Kyburger traten die K. in österr. Dienst, wo sie sich im ostschweiz. Raum neben den Herren von Landenberg eine Spitzenposition sicherten. So vermittelte Heinrich ( -> 1) 1293-1306 als österreichtreuer Bf. von Konstanz seiner Fam. und den verschwägerten von Kastell versch. einflussreiche Stellungen. Sein Bruder Ulrich war 1296-1302 österr. Vogt von Mengen (Oberschwaben) und Sigmaringen (Württemberg) und wurde 1303 Reichsvogt von Konstanz, während ein anderer Bruder, nämlich Konrad, 1294-1300 als Propst von Bischofszell, ab 1301 als Dompropst von Konstanz und nach einer kurzen Zeit als Bf. von Brixen (Südtirol) 1324-40 schliesslich als Bf. von Freising (Oberbayern) wirkte. Albrecht, ein weiterer Bruder Heinrichs, erwarb 1300 von den Frh. von Klingen die Burg Hohentwiel im Hegau, die sich bis ins 15. Jh. zum eigentl. Verwaltungszentrum der Fam. entwickelte. Um drei Jahre später die Besitzungen des Abtes von St. Gallen in Unter- und Oberstammheim samt Kirchensatz übernehmen zu können, trat Albrecht um 1300 auch formell in dessen Dienstrecht. Während des ganzen 14. Jh. wurden die K. als österr. Beamte und für Kriegsdienste regelmässig mit Pfandschaften entlöhnt. Nachdem sie zu Beginn des 15. Jh. von den Frh. von Bürglen die Hälfte von deren Herrschaft geerbt hatten, erreichte ihr Besitz 1433 mit dem Erwerb der Burg Hohenklingen und der Stadt Stein am Rhein die grösste Ausdehnung. Unter wirtschaftl. Druck musste die Fam. ab der Mitte des Jahrhunderts immer grössere Teile ihres Besitzes abstossen, vorerst 1443 Bürglen, dann 1447 die thurg. Vogtei Eggen und 1457 die Stadt Stein am Rhein mit der Burg. Von da an verlagerte sich der Wirkungskreis der K. weitgehend auf Hohentwiel, das sie bis 1538, dem Jahr der Übergabe an Württemberg, halten konnten. Als Letzter des Geschlechts starb 1583 im Alter von zwölf Jahren Hans Georg.

<b>Von Klingenberg</b><br>Schloss Klingenberg von Südwesten. Lavierte Federzeichnung im "Lexicon geographico-heraldico-stemmatographicum urbis et agri Tigurini" von  Johann Friedrich Meiss,   Band 8, 1743 (Zentralbibliothek Zürich, Ms. E 60, Fol. 148r).<BR/>Von der Stammburg auf dem Felsen ist heute nichts mehr zu sehen. An ihrer Stelle stand bis ins 19. Jahrhundert das auf der Zeichnung abgebildete Obere Schloss, ein turmartiges Gebäude, in dem sich der Kern der Burganlage erahnen lässt. Noch erhalten ist das im Vordergrund erkennbare Untere Schloss, das wohl im 15. Jahrhundert am Fuss des Burghügels errichtet und in der Folge mehrmals umgebaut worden war.<BR/>
Schloss Klingenberg von Südwesten. Lavierte Federzeichnung im "Lexicon geographico-heraldico-stemmatographicum urbis et agri Tigurini" von Johann Friedrich Meiss, Band 8, 1743 (Zentralbibliothek Zürich, Ms. E 60, Fol. 148r).
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Literatur
– R. Wigert, «Homburg und die ehem. Herrschaften von K.», in ThBeitr. 43, 1903, 15-69
– O. Stiefel, Gesch. der Burg Hohenklingen und ihrer Besitzer, 1921, 58-74
– Sablonier, Adel
– M. Bittmann, «Die Fam. von K. und Singen», in Singen, hg. von H. Berner, 1990, 104-126

Autorin/Autor: Martin Leonhard