Heidelberg, von

Ritteradel im 12. bis 15. Jh., der im Dienst des Bf. von Konstanz stand. Als erste Vertreter des Geschlechts lassen sich Albrecht von Heldswil (1176-1209 belegt) und dessen Söhne Wetzel (1209-43) und Albrecht (1236-43) nachweisen, die sich ab 1210 nach der Burg H. bei Hohentannen nannten. Die Fam. besass Güter und Rechte, mehrheitlich bischöfl. Lehen, v.a. in und um Bischofszell, wo sie mehrmals den Stadtvogt stellte, aber auch in Arbon, Gossau (SG), Tablat (heute St. Gallen), Steckborn und Diessenhofen. Johannes hatte bis zur Auflösung 1354 vom Bischof Stadt und Burg Bischofszell als Pfand inne. Im 14. Jh. bestanden Beziehungen zur Reichenau und zum Abt von St. Gallen. Von Letzterem erhielten die H. als Lehen bzw. Pfandlehen die Burgen Singenberg (1344) und Schönenberg (1392). 1439 veräusserte Ultimus Konrad die Burg H. und seine Tochter Elisabeth die Vogtei Zihlschlacht.

Eine Seitenlinie der Fam. nannte sich nach der Burg Blidegg (Gem. Sitterdorf), so erstmals Wetzel von H. und Blidegg (1265-92), der wahrscheinlich mit Adelhaid von Schönenberg verheiratet war. Ab 1267 bekleidete er das Amt eines Marschalls des Bf. von Konstanz. Darin folgten ihm sein mutmassl. Sohn Wetzel (1307-20) und Herdegen (1327--38), mit dem die Seitenlinie erlosch. Als Lehen des Bischofs besass dieser Zweig der Fam. Güter und Rechte in der Umgebung von Bischofszell, so die Vogteien Altenburg (evtl. den Burgstall Altenrain bei Gottshaus) und Hohentannen. Letztere erstattete der erst genannte Wetzel 1275 dem Bischof zugunsten einer Jahrzeit für seinen Bruder Herdegen zurück. 1302 gehörten der Fam. zwei Höfe in Arbon als bischöfl. Pfandschaften.


Literatur
GHS 2, 93-105, 223 f.

Autorin/Autor: Martin Leonhard