Quadri [de Quadrio]

Ursprünglich aus Como stammende Fam., die sich wohl schon im 12. Jh. im Luganese und dort v.a. in der Capriasca niedergelassen haben dürfte. Davon leitet sich der Name "de Criviasca" für eine der bekanntesten Linien mit weitverzweigter Nachkommenschaft ab, als deren frühester Vertreter ein Januarius um 1200 urkundlich bezeugt ist. Der Familienbesitz, zu dem auch bischöfl. Lehen zählten, lag hauptsächlich in der Capriasca, aber auch an versch. Orten um den Luganersee. Der Zweig von Tesserete wohnte im dortigen Schloss, in dem 1413 Kg. Sigismund abstieg. Die Fam. brachte Geistliche, u.a. Kanoniker von Tesserete und Lugano, Notare sowie weitere lokale Notabeln hervor. Eine weitere Linie der Fam. besass das Schloss in Canobbio. Die Q. von Lugano waren Parteigänger der Ghibellinen und spielten in den polit. Kämpfen des 15. Jh. eine aktive Rolle.


Literatur
– Schaefer, Sottocenere, 107-111
– A. Moretti, Da feudo a baliaggio: la comunità delle pievi della Val Lugano nel XV e XVI secolo, 2006

Autorin/Autor: Giuseppe Chiesi / BT