Gnosca, da

Fam., die vom Locarneser Adelsgeschlecht Magoria abstammt und - wie dieses - zum Adelsverband der Capitanei gehörte. Sie residierte schon ab dem 13. Jh. auf der Burg G., die ihr den Namen gab. Der erste bekannte Vertreter ist Lanfranco, der 1277 vom Bf. von Como mit Gütern und Regalien in den Pieven Bellinzona und Locarno belehnt wurde. 1330 verfügte Giacomo, genannt Cattaneo, Sohn des Luterio, per Testament die Gründung der Kirche S. Maria in Bellinzona (heute S. Rocco). In der 2. Hälfte des 14. Jh. zog ein Zweig der Fam. nach der Aufgabe der Bischofslehen nach Claro, wo er in Besitz von zahlreichen Gütern, Zehnt- und Herrschaftsrechten kam, die sich v.a. in der Hand von Ubertino, clericus genannt ( -> 1), sammelten. Nach dessen Tod beanspruchten seine Söhne Giacomino, Cristoforo und Giovannolo weiterhin eine Vorrangstellung auf lokaler Ebene. Unter diesen zeichnete sich v.a. Giacomino aus, der letzte Vertreter des Geschlechts in männl. Linie; in seinem Testament von 1456 setzte er Pietro Magoria von Bellinzona als Alleinerben ein.


Quellen
– L. Brentani, L'antica chiesa matrice di S. Pietro in Bellinzona 2, 1934, 48-51, 80-83, 103-106
MDT, Ser. 2
Literatur
– K. Meyer, Die Capitanei von Locarno im MA, 1916, 18 f., 22 f., 43, 351, 523
– G. Pometta, Briciole di storia bellinzonese, 1977

Autorin/Autor: Paolo Ostinelli / RG