Porta, von [a Porta, à Porta]

Ministerialenfamilie unklarer Herkunft. Zwischen 1259 und 1521 erscheinen mehrere Personen namens vom Thurn oder de Port als bischöfl. Ministeriale und Inhaber des Turms in Brienz/Brinzauls. Um 1400 waren die Brüder Wilhelm und Hans im Besitz von Lehen der bischöfl. Herrschaft Greifenstein. Zur selben Linie zählte wohl auch Jakob, 1411/15 bischöfl. Burgherr und Pfleger oder Vogt zu Greifenstein bei Filisur. Vermutlich begab sich ein Zweig von Brienz/Brinzauls ins Unterengadin, denn in Ftan sind um 1400 Peter und Hans als Inhaber eines bischöfl. Lehens, in Ramosch 1421 Jacob von Port und 1464 Peter als Burgherren und Richter auf der Burg Tschanüff bezeugt. 1464 erscheint ein Paul Conradin als österr. Pfleger auf Schloss Tarasp. In Chur tritt das Geschlecht erstmals 1439 mit dem bischöfl. Kanzler Nicolaus de la P. in Erscheinung. Johannes de la P., genannt Byaesch, war 1477 Churer Bürger und Pfleger des Predigerklosters. Weitere Zweige der Fam. waren im 15. und 16. Jh. in Davos, Scuol, Sent und Landeck (Tirol) niedergelassen.

In der Churer Linie nahm Domkustos Franciscus eine herausragende Position ein.Er hat in Wien studiert und war 1499 z.Z. des Schwabenkriegs einer von vier Regenten des Bistums sowie Kriegsrat gewesen. Auch aus der Churer Linie stammte der 1565 gewählte Bf. Beatus ( -> 3) sowie dessen Bruder Caspar, 1575 bischöfl. Hofmeister und 1578 Hauptmann auf der Fürstenburg im Vinschgau. Der Ftaner Zweig stellte 1557-1889 insgesamt 15 ref. Pfarrer, darunter Nuot (1696-1767) in Scuol, der acht rätorom. Werke, u.a. eine "Chronica Rhetica", herausgab, sowie Petrus Dominicus Rosius ( -> 5). Die von Andreas Rosius ( -> 1) 1793 im Geist der Philantropine gegr. Privatschule in Ftan bestand bis 1869.


Archive
– StAGR
Literatur
– J.C. Muoth, Zwei sog. Ämterbücher des Bistums Chur aus dem Anfang des 15. Jh., 1898
– P.E. Grimm, Die Anfänge der Bündner Aristokratie im 15. und 16. Jh., 1981
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984

Autorin/Autor: Martin Bundi