Leimbach (TG)

Ehem. Ortsgem. TG, polit. Gem. Bürglen, Bez. Weinfelden. Das an der Strasse Sulgen-Langrickenbach gelegene Haufendorf L. gehörte 1803-16 zur Munizipalgem. Birwinken, 1816-1994 zur Munizipalgem. Bürglen. 1265 Lainbach. 1850 169 Einw.; 1900 167; 1950 237; 1990 261. Das Domkapitel Konstanz besass bereits im 14. Jh. grossen Grundbesitz. L. gehörte jedoch dem zur Herrschaft Bürglen zählenden Gericht Uerenbohl an, das 1579-1798 in der Hand der Stadt St. Gallen war. Diese Konstellation hatte lange Streitigkeiten zwischen der Domkustorei Konstanz und der Stadt St. Gallen zur Folge. Kirchlich gehörte L. stets zur Pfarrei Sulgen. Die Landwirtschaft war bis ins 19. Jh. auf Getreide-, Obst- und Viehwirtschaft ausgerichtet. 1848 entstand in Birwinken-L. die erste thurg. Dorfkäserei. 1850 baute Joachim Etter eine Teigwarenfabrik, die 1897 nach Amriswil und Weinfelden verlegt wurde. 1900 gab es eine chem. Fabrik und eine Stickerei. Um 1920 galt L. als industriell entwickelt. Trotz des Rückgangs der Landwirtschaft auf acht Höfe bis 1920 ist L. ein bäuerl. Dorf mit wenig Gewerbe geblieben, dessen Ortsbild von agroindustriellen Silogebäuden geprägt ist.


Literatur
– E. Menolfi, Sanktgall. Untertanen im Thurgau, 1980
St. Galler Tbl., 7.9.2004 (Ausg. für den Kt. Thurgau)

Autorin/Autor: Erich Trösch