Lieli, von

Ma. Niederadelsgeschlecht aus dem Luzerner Seetal, vermutlich ursprünglich Freie. Von ihrem ersten Auftreten (1223) an waren die L. kyburg. Ministerialen und Gefolgsleute (meist Ritter). Das Geschlecht weist einen kleinen Personenbestand von fünf bekannten Generationen auf. Konnubien bestanden mit den von Baldegg und den von Hallwyl, den Freien von Bonstetten und von Grünenberg. Als freies Eigen besassen die L. den Stammsitz (Ruine Nünegg in L.) und die Niedergerichtsherrschaften L., Sulz und Mosen. Ein landesherrl. Lehen war der Turm Grünenberg bei Richensee, der vermutlich als Folge von Familien- und Besitzteilung im 13. Jh. erbaut wurde. Beide Sitze wurden um 1386 zerstört, Grünenberg jedoch später wieder bewohnt. Ausserdem besassen die L. Streugut im Seetal und im Freiamt, die kyburg. Lehensfischenz am Hallwilersee und habsburg. Pfandeinkünfte. Grössere Vergabungen machten sie an die Ritterhäuser von Hohenrain und Hitzkirch. Die L. starben im männl. Zweig vor 1357, im weiblichen vor 1400 aus. Die Herrschaft erbten die von Schönau und die von Grünenberg, die sie 1431 bzw. 1437 an die Herrschaft Heidegg verkauften.


Literatur
GHS 3, 273-279, (mit Stammtaf.)
– J.-J. Siegrist, «Die Herren von Liele und ihre Herrschaft», in Heimatkunde aus dem Seetal 46, 1973, 44-64

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch