Baldegg, von

Ritteradelsgeschlecht mit Stammsitz in B., belegt (kurz vor) 1199-1513, das sich bis ins 13. Jh. de Lacu/vom See (Baldeggersee), 1236 erstmals de Baldecke nannte. Um 1199 war ein H. de Lacu habsburg. Ministeriale. Die B. bewegten sich im 13. bis 15. Jh. im Gefolge der Habsburger, leisteten reichspolit. Dienste, gewannen Lehen und Pfandherrschaften. Einige liessen sich am Oberrhein in die vorderösterr. Herrschaft einbinden (vor 1303 Burgmannschaft Ensisheim, Pfänder, Konnubien). Vom Ende des 13. Jh. an wurden auch Konnubien mit hochadligen Geschlechtern eingegangen. Die B. beerbten die aussterbenden von Elgg (ab ca. 1289 Zweig der B. von Elgg) und die Frh. von Aarburg (um 1451 Herrschaft Schenkenberg, Amt Bözberg als Pfand), wobei sie das Erbe den Habsburgern zuführten. Vom Ende des 13. Jh. bis 1482 besassen sie die Dorfherrschaft Schafisheim, durch Heirat ca. 1400-11 die halbe Herrschaft Ringgenberg. Nach dem Sempacherkrieg veräusserten sie die nach 1300 geteilte, geschädigte Herrschaft B. Bis Mitte des 15. Jh. waren sie erfolgreich als Geldgeber und Pfandnehmer in habsburg. Diensten (1412-83 Feste Wieladingen, 1455 Rheinfelden, um 1463 Eglisau). 1460 wurden sie von Bern von der Herrschaft Schenkenberg verdrängt. Es kam zur langwierigen Fehde mit Bern und den Eidgenossen, zu Verkäufen und zum Niedergang der Fam.

Mehrere B. waren Chorherren in Beromünster. Hartmann II. (belegt 1256-92) gehörte zum Gefolge Kg. Rudolfs I., leistete reichspolit. Vermittlerdienste, war 1275-89/91 Reichsvogt zu Basel, Burggf. von Rheinfelden und Pfleger der österr. Vorlande sowie 1282 Landvogt in Burgund. Sein Sohn Hartmann III. (belegt 1264-1330/31) war 1324 habsburg. Gesandter zum Papst. Markwart VII. (belegt 1440-74) gewann als Financier Hzg. Sigismunds von Habsburg bedeutende Pfänder: um 1444-49 die Vogtei Thann (Elsass), 1455/57 Amt, Schloss und Stadt Rheinfelden sowie die Farnsburg. Sein Sohn Johann III., Letzter des Geschlechts, Mitglied der Ges. "Vom Fisch und Falken" sowie St. Jörgenschild, übernahm mit dem Gesamterbe die Schenkenberg-Fehde und kämpfte daher u.a. im Schwabenkrieg gegen die Eidgenossen.


Literatur
– T. von Liebenau, Urkundl. Gesch. der Ritter von B., 1866
GHS 3, 293-308, (mit Stammtaf.)
– A. Bickel, Die Herren von Hallwil im MA, 1978

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch