Ried, von

Ritteradliges Geschlecht des 12.-16. Jh. am Thunersee, benannt nach der gleichnamigen Burg auf einem Felssporn bei Hünibach. Besitz- und Verwandschaftsverhältnisse sind wenig erforscht. Die R. waren Ministerialen der Frh. von Eschenbach, im 13. und 14. Jh. der Gf. von Kyburg. Von Letzteren wurden sie mit dem Schutz der Stadt Bern betraut. Rudolf ist als Zeuge um 1180, Arnold 1226 als Mitglied des Gr. Rats von Bern nachgewiesen. Heinrich, ein Ritter, wird 1271 als Schultheiss von Thun erwähnt, ein anderer Heinrich 1301 im gleichen Amt. Im Oberland erscheinen die R. bis 1436, in Bern bis ins 16. Jh. Die Fresken in der Vorhalle der Stadtkirche Thun (um 1430) wurden vermutlich von der Fam. gestiftet. Eine Verwandtschaft mit dem im 17. Jh. erwähnten Berner Glasmaler Niklaus und anderen R. bei Langenthal im 13. und 14. Jh. ist unklar.


Literatur
– J. Schneider, «Zehn schweiz. Scheibenrisse», in Jb. des Bern. Hist. Museums 35/36, 1955/56, 97-101
– J.R. Meyer, «Adelheid von Hurun und die Herren von R.», in Jb. des Oberaargaus 6, 1963, 62-69
– R. Ganz, Hilterfingen und Hünibach, 2002

Autorin/Autor: Christian Folini