Krauchtal [Krauchthal], von

Als erstes Mitglied der Fam. wird Heinrich, der 1181/82 und 1182/83 als Ministeriale Hz. Berchtolds IV. von Zähringen auftaucht, erwähnt. Weitere Träger des Namens K., der wohl auf das Dorf Krauchthal zurückgeht, sind Kuno, 1208-49 als Solothurner Chorherr bezeugt, und Rudolf, der 1223 und 1224 als erster namentlich bekannter Berner Schultheiss (causidicus) amtierte. Das Berner Ratsherrengeschlecht erscheint mit Peter ab 1240 in den Urkunden, doch lässt sich sein Stammbaum nur bis zum 1273 erstmals belegten Gerhard (gestorben 1304) zurückverfolgen. Dieser erscheint in zahlreichen Urkunden als Zeuge, 1297 mit seinem Sohn Peter (gestorben 1335). Letzterer wird z.T. Peter der Ältere genannt, um ihn von Peter (gestorben 1342), dem Sohn des 1299/1300 verstorbenen Heinrich, zu unterscheiden, wobei dies nicht immer möglich ist. Peter der Ältere erwarb zahlreiche Güter in der Umgebung von Bern, darunter 1310 die Vogtei und den Kirchensatz von Jegenstorf. 1318 und 1325 wirkte er als Sachwalter der Berner Minoriten, 1331 als Schiedsmann des Stiftes Amsoldingen. Sein Sohn Peter erhielt 1349 das Patronatsrecht von Kriegstetten als Lehen, wo er 1359 seinen Neffen Gerhard einsetzen liess. Zudem erbte er den Kirchensatz von Jegenstorf und wurde 1353 Vogt des Kluniazenserpriorats Rüeggisberg. 1355-56, 1359-60 sowie 1363-64 amtierte er als Schultheiss von Bern. Seine beiden Söhne waren Gerhard, der 1380-82 als Vogt in Aarberg amtierte, und Peter(mann). Möglicherweise handelt es sich bei diesem um den 1375 zurückgetretenen Jegenstorfer Kirchherrn Peter. Petermann wurde 1378/79 Kastvogt von Rüeggisberg; 1394-96 war er Schultheiss von Thun, 1398 Schirmherr der Kartause Thorberg und Vogt zu Kirchberg. Er verfügte über ausgedehnten, bis ins Oberland reichenden Grundbesitz und war 1407-18 durchgehend Schultheiss von Bern. 1425 starb er kinderlos; seine Witwe Anna (gestorben 1464/65) machte zahlreiche testamentar. Vergabungen, u.a. zugunsten des Seilerspitals.


Archive
– BBB, Stammtaf.
Literatur
Slg. bern. Biogr. 1, 1884, 566 f.; 5, 1906, 146-151
HS III/2, 659 f.

Autorin/Autor: Georg Modestin