Burgistein, von

Die ritterl. Niederadelsfam. der B. stammt von den von Thun (Freiherren) ab. Jordan I. von Thun (belegt 1236-71), Ritter, erwarb um 1260 durch Tausch vom Kloster Interlaken den Besitz um B. (Bau der Burg). Sein Sohn Jordan II. (gestorben vor 1309), Ritter, führte nach 1266 den Namen von B. Jordans II. Söhne Jordan III. (gestorben vor 1344), Ritter, Pfleger der kyburg. Herrschaft, österr. Landpfleger, sowie Konrad I. (belegt 1302-49), Ritter, 1345 Schiedsmann zwischen Bern und Peter vom Thurn, standen im Dienste Habsburgs. Jordan IV. (belegt 1319-52), ein Sohn Jordans III., Ritter, wurde Burger zu Solothurn, seine Brüder Konrad II. (belegt 1319-58) und Petermann (gestorben vor 1360) 1350 Burger von Bern. Hartmann (gestorben vor 1388), ein Sohn Konrads I., war Burger von Thun. Petermanns Sohn Konrad III. (gestorben vor 1397), Ritter, war Burger von Thun (1371), Burger (1375) und Rat (1381) von Bern. Die Fam. starb Ende des 14. Jh. in männl. Linie aus.

Zu Gegnern Berns wurden die B. um 1300 als Gefolgsleute der Kyburger und Habsburger. Nach Konrad Justinger hatte die feindselige Haltung Jordans III. Bern veranlasst, die Burg B. zu zerstören (1340?), wobei der Schlossherr vom Schützen Ryffli getötet wurde. In der 2. Hälfte des 14. Jh. arrangierten sich die B. mit Bern. Heiratsverbindungen gingen sie v.a. mit Fam. aus dem Umkreis der Kyburger und Habsburger ein (Senn, Billingen, Messen, Englisberg, Schweinsberg, Rormo(o)s, Baldegg, Resti), zweimal auch mit der stadtbern. Notabelnfam. Münzer. Männl. Geistliche aus der Fam. B. sind nicht zu belegen; in Fraubrunnen wurde Anastasia (Tochter Konrads I.) Klosterfrau (1383) und Äbtissin (1392). Die B. besassen die gleichnamige Herrschaft mit Gurzelen und Seftigen sowie Herrschaftsrechte und Grundbesitz u.a. in Thun, Riggisberg, Wattenwil, Blumenstein, Pohlern, Strättligen, Allmendingen (Gem. Thun), Thierachern, Reutigen und Zwieselberg; nach 1363 gehörte ihnen zudem der Kirchensatz von Thierachern.


Literatur
GHS 3, 159-177, (mit Stammtaf.)
HS III/3, 706

Autorin/Autor: Urs Martin Zahnd