Wabern, von

Stadtberner Gerberfamilie, die aus W. stammte und durch den Handel mit Pelzprodukten zu Reichtum kam. An der Wende vom 14. zum 15. Jh. erlangten Familienangehörige städt. Ämter und stiegen in den Adel auf. Die W. investierten das Geld aus dem Handel in Herrschaften wie Belp und Hünigen; im 15. Jh. zählte die Fam. zu den Twingherren. Der Aufstieg erfolgte über das Säckelmeisteramt, in das die Mitglieder der W. ihre kaufmänn. Fähigkeiten einbrachten, und über die Zunft zum Mittellöwen. Diese spaltete sich in den 1430er oder 40er Jahren von der Gerbernzunft ab, zählte aber zu den vier Vennerzünften, die Zugang zu den Ämtern des Säckelmeisters und Schultheissen hatten. Als erste Vertreter der Fam. sind erwähnt: 1223 und 1226 Heinrich, 1268 Rudolf und Ulrich, 1276 Rudolf, 1281 Ulrich und sein Sohn sowie 1297 Heinrich und Johannes, Bürger von Bern. Gesichert ist die Genealogie vom Gerber und Lederhändler Peter (gestorben 1399) an. Er gehörte wahrscheinlich der noch ungeteilten Zunft zu Gerbern an, war 1367-97 Kleinrat sowie 1375-84 Säckelmeister und kaufte 1383 die Herrschaft Belp. Sein Sohn Petermann der durch Heirat Herr von Hünigen wurde, sass 1435-66 im Kl. Rat und wirkte 1435-39 und 1441-56 als Säckelmeister; 1448 ist er im "Tellbuch" als drittreichster Berner erwähnt, und wahrscheinlich gehörte er bereits der Zunft zum Mittellöwen an. Sein gleichnamiger Sohn Petermann ( -> 1), ebenfalls Mitglied dieser Gesellschaft und evtl. jener zum Distelzwang, wurde im Twingherrenstreit 1471 anstelle von Peter Kistler Schultheiss; mit ihm starb die Fam. 1491 aus.


Quellen
FRB 2, 3
Literatur
GHS 3, 395
– F. de Capitani, Adel, Bürger und Zünfte im Bern des 15. Jh., 1982
– U.M. Zahnd, Die Berner Zunft zum Mittellöwen, 1984
– R. Gerber, Gott ist Burger zu Bern, 2001

Autorin/Autor: Kathrin Utz Tremp