Dittlinger

Ehem. regimentsfähiges Geschlecht der Stadt Bern, herkunftsmässig nicht zur Adelsgruppe innerhalb der polit. Führungsschicht gehörend. Ab 1431 in Bern belegt mit Clewi (Niklaus, gestorben 1450/51), der ab 1435 Mitglied des Gr. Rats war. Die Fam. erwarb Reichtum mit Kupferschmieden im Gewerbequartier Sulgenbach und stieg über das Venneramt auf. Mit Ausnahme von Clewis Sohn Heinrich (gestorben 1479) gehörte sie der Zunft zu Schmieden an. Heinrich erschien 1475 als Genosse der Zunft zum Mittellöwen, sass 1464 im Gr. Rat und 1470 im Kl. Rat. Gemeinsam mit Benedikt Tschachtlan schuf er die "Berner Chronik" (1470). Mitglieder der Fam. wirkten bis ins 18. Jh. im Gr. Rat und als Verwalter von Landvogteien. Mit Victor (1716-88) wurde ein holländ. Zweig der Fam. begründet.


Literatur
Schweiz. Geschlechterbuch 5, 161-164
– P. Wäber, «Die Blütezeit der Fam. D.», in Bl. für bern. Gesch., Kunst und Altertumskunde 22, 1926, 65-112
– H.A. Michel, «Die Chronisten Bendicht Tschachtlan und Heinrich D. im bern. Staatsdienst», in Tschachtlans Bilderchronik, Kommentar, hg. von A.A. Schmid, 1988, 27-67
– R. Schmid, Reden, Rufen, Zeichen setzen, 1995

Autorin/Autor: Claudia Engler