Schauenburg, von

Adelsgeschlecht aus dem Raum Liestal. Stammburg war die Neu-S. bei Frenkendorf (Schauenburg). Ob die S. bereits die ältere, möglicherweise im 11. Jh. erbaute Burganlage bewohnten, ist nicht belegt. Sie ersetzten diese im 13. Jh. durch einen Neubau und nannten die Burg fortan Neu-S. Die S. waren Lehensleute der Gf. von Frohburg. Die erste Nennung - 1189 erscheint Haeinricus de Showenberch unter den Zeugen mit Gf. Hermann von Frohburg - stammt aus einer wohl gefälschten Urkunde. Der nächste Beleg findet sich erst 1255, als Ritter Heinrich Bürge für Gf. Ludwig von Frohburg war, in dessen Gefolge er 1265 wieder auftauchte. Aber auch zu anderen Dynastengeschlechtern der Nordwestschweiz bestanden Beziehungen: So zeugte derselbe Ritter Heinrich 1267 für Gf. Rudolf von Thierstein. Ritter Hugo, erstmals erw. 1323, verkaufte 1355 mit seinen Söhnen Gf. Johann von Frohburg Twing und Bann zu Füllinsdorf, die dieser als Lehen inne hatte. Der Edelknecht Heinrich und sein Vetter Ritter Johann tauschten 1337 ihre Güter in Füllinsdorf, Giebenach, Nuglar, Reigoldswil, Sissach, Itkon, Böckten, Augst, Titterten und Pratteln. Mit Hugos Söhnen Hanmann und Hug, die 1363 bzw. 1367 letztmals urkundlich erwähnt werden, starb das Geschlecht spätestens 1385 aus. Aus dem Zweig der Fam., der in Rheinfelden lebte, sind der Ratsherr Berchtold (belegt zwischen 1272 und 1296), sowie Walter (belegt 1273-77) und Heinrich (belegt 1296) bekannt.


Literatur
UB BL
– W. Merz, Die Burgen des Sisgaus 3, 1911, 228-230
UB SO 2, 64, 145, 162, 191
– P. Rück, Die Urk. der Bf. von Basel bis 1213, 1966, 151-153
Kdm BL 2, 1974, 119-121
– W. Meyer, Burgen von A bis Z, 1981, 111 f.

Autorin/Autor: Peter Schenker