17/07/2001 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Andwil (TG)

Ehem. Ortsgem. TG, polit. Gem. Birwinken, Bez. Weinfelden. Die Ortsgem. bestand 1812-1994, umfasste A., Ober-A., Eckartshausen, Guggenbühl, Heimenhofen und Lenzenhaus und gehörte zur ehem. Munizipalgem. Birwinken. 846 Anninwilare (?), 1295 Anewille. 1831 405 Einw.; 1910 515; 1980 363; 1990 404. A. war Lehen des Hochstifts Konstanz, doch gehörte das spätere Gemeindegebiet bis 1798 zu versch. Herrschaften: Teils zählte es zum Gericht A. des Konstanzer Stifts St. Stephan, teils zu den Gerichten Berg (TG) und Oberaach, während Ober-A., Eckartshausen, Heimenhofen und Lenzenhaus als sog. Hohe Gerichte direkt dem Landvogt unterstanden. Die Pfarrei wurde 1350 dem Stift St. Stephan inkorporiert. Nach der Reformation 1529 wurde A. von Birwinken und Sommeri, ab 1678 von Bürglen (TG) aus versorgt. Seit 1809 ist die ref. Kirchgem. mit Bürglen verbunden. Traditionell wurden Getreidebau im Dreizelgensystem und Rebbau betrieben. Mitte des 19. Jh. erfolgte eine Verlagerung auf Viehwirtschaft und Obstbau, 1938-42 eine Güterzusammenlegung. Im 19. Jh. Hausweberei und -stickerei, in Heimenhofen 1872-1931 (Schiffli-)Stickerei, 1934-61 Velofabrik. Auf Guggenbühl richtete Johann Jakob Wehrli 1853 eine landwirtschaftl. Schule ein. Trotz versch. Kleinbetrieben hat A. seinen bäuerl. Charakter bis in die jüngste Zeit bewahrt.


Literatur
– E. Leisi, Chronik des Kt. Thurgau, 1950, 324 f.
– P. Bär, 700 Jahre A. 1995

Autorin/Autor: Gregor Spuhler