Rotberg, von

Adelsfamilie mit Gütern im Leimental und am Blauen, deren erste Vertreter, die Ritter Werner (1274-95 erw.) und Johann (1277-95 erw.), im 13. Jh. in die Stadt Basel zogen und sich in den Dienst des Bischofs stellten. Vom 14. bis Anfang des 16. Jh. spielte sie eine wichtige Rolle in der städt. Politik, gehörte ab Mitte des 14. Jh. dem Rat an, stellte vier Bürgermeister, war im Domkapitel vertreten und brachte mit Arnold ( -> 1) einen Bischof hervor. Ab dem 15. Jh. traten die R. vermehrt in habsburg. Dienste. Bis über die Mitte des 15. Jh. konnten sie ihren Besitz, der aus Lehen des Reichs, der Hzg. von Habsburg-Österreich und der Bf. von Basel sowie Strassburg bestand, erweitern. Schwerpunkt bildeten die Burgen R. (Gem. Metzerlen-Mariastein) und Fürstenstein (Gem. Ettingen), die sieben reichsfreien Dörfer am Blauen, Metzerlen, Hofstetten, Witterswil, Blauen, Dittingen, Nenzlingen und Brislach, das Dorf Rodersdorf und der Hof Leuhausen (Gem. Biederthal, Elsass). 1417 und 1434 erwarben sie die reichsfreie Herrschaft Rheinweiler-Bamlach (Gem. Bad Bellingen) im Breisgau. Nach der Mitte des 15. Jh. trennten sie sich von ihrem Stammbesitz, Bernhard ( -> 2) überliess 1462 dem Bf. von Basel die Dörfer Blauen, Dittingen, Nenzlingen und Brislach und Arnold (1471-1515/17) verkaufte 1515 die Herrschaft R. an Solothurn. Sein Sohn Jakob (nach 1498-1565) verlegte 1516 den Herrschaftssitz nach Rheinweiler-Bamlach. In Basel blieb aber der Hintere Rotberger Hof bis 1797 in Familienbesitz. Im 17. Jh. teilte sich die Fam. in die Linien zu Rheinweiler, Bamlach und Hertingen. Die kath. Bamlacher Linie, die mit Karl Joseph ( -> 5) und Ignaz Sigismund ( -> 4) hohe Beamte des Fürstbistums Basel stellte, erlosch 1912 im Mannesstamm. Ab etwa 1700 führten die R. den Freiherrentitel, der durch ein franz. Dekret von 1773 bestätigt wurde.


Archive
– StABS, Adelsarchiv
– Generallandesarchiv Karlsruhe, FamA
Literatur
Schweiz. Geschlechterbuch 3, 369-375
– E. Dietschi-Kunz, Die Frh. von R., 1951
– C. Bosshart-Pfluger, Das Basler Domkapitel von seiner Übersiedlung nach Arlesheim bis zur Säkularisation (1678-1803), 1983, 295 f.
Adelslex. 12, bearb. von W. van Hueck, 2001, 50 f.

Autorin/Autor: Veronika Feller-Vest