Mörsberg, von

Bedeutendes oberelsäss. Adelsgeschlecht des späten 12. bis 17. Jh., benannt nach der Burg M. (franz. Morimont) in Oberlarg (Sundgau). Die M. besassen teilweise das Basler Bürgerrrecht. Als erste Vertreter der Fam. sind 1183 Heinrich und Walter belegt. Die M. waren Lehensleute der Gf. von Pfirt und dadurch später der Bf. von Basel und der Hzg. von Österreich. Ihr im 14. Jh. beginnender Aufstieg im Dienst der Hzg. von Österreich erreichte mit Peter (um 1410-75/78) und dessen Sohn Caspar (um 1440/50-1517) seinen Höhepunkt. Beide verfochten österr. Interessen in den Vorlanden. Peter, 1452/53-64 österr. Landvogt im Elsass und Breisgau, war ein erbitterter Gegner Basels und der Eidgenossenschaft, so im Armagnaken-, Sundgauer- und Waldshuterkrieg sowie 1460 beim Versuch der Rückgewinnung Freiburgs. Er erwarb die österr. Pfandschaften Belfort, Rosemont, Delle, Angeot und Issenheim. Sein Sohn Caspar, der ebenfalls österr. Landvogt im Elsass sowie 1504-11 stellvertretender Reichslandvogt im Unterelsass war, wurde 1488 in den Freiherrenstand erhoben. Johann Werner wirkte 1510-25 als Dompropst in Basel. 1582 verkaufte die Fam. Burg und Herrschaft M. Die Nachkommen übersiedelten nach Württemberg, Niederösterreich und in die Steiermark, wurden mit Julius Neidhard 1632 in den Grafenstand erhoben und starben Ende des 17. Jh. aus.


Literatur
Nouveau dictionnaire de biographie alsacienne 27, 1994, 2706-2710

Autorin/Autor: Veronika Feller-Vest