Frohburg, Marschalk von

Ministerialen der Gf. von F., nach der Güterteilung um 1250 der Linie der Gf. von Neu-Homberg, 1237-1368 urkundlich bezeugt. Die Marschalken gehörten im 13. Jh., zusammen mit den Truchsessen, zum engeren Hofstaat der Grafenfamilie. Ihr Wohnsitz war ursprünglich die F. ob Trimbach, Stammburg der Gf. von F. Nach deren Aufgabe nach 1250 wechselten die F. auf die Burgen auf dem Wartenberg bei Muttenz (wohl die hintere Burg) und nannten sich Marschalk von Wartenberg. Nach dem Verkauf der Burgen auf dem Wartenberg an die Hzg. von Österreich (1306) wurde das von den Frohburgern gegründete Liestal neuer Wohnsitz. Die Fam. besass das sog. Marschalken-Haus in Liestal und weitere Güter in Muttenz, Liestal, Augst und Kappel (SO). Erster urkundlich bezeugter Vertreter -- die Fam. dürfte aber schon vorher zum gräfl. Gefolge gehört haben -- war Hermann, der 1237-53 in mehreren Urkunden der Gf. von F. als Zeuge auftritt. Ritter Hermann Marschalk von Wartenberg, vermutlich sein Sohn, liess 1289 einen Tausch von Gütern in Augst gegen Güter des Klosters Olsberg in Lausen von Gf. Hermann von Homberg bestätigen, dessen Afterlehen sie waren. 1302 tauschte er mit Zustimmung seiner Frau und Kinder Eigengut in Kappel (SO) gegen einen Weinberg des Klosters St. Urban am Wartenberg, und 1303 schenkte er dem Siechenhaus Ackerland in Muttenz. Sein Sohn Gottfried, Edelknecht, ist erwähnt bis 1320. Gottfrieds Brüder, die Edelknechte Ulrich (bezeugt 1302-58) und Hugo (bezeugt 1343-58, evtl. noch 1368 als "Ritter von Basel"?), 1348 Schiedsmann für den Edelknecht Bruno Pfirter in dessen Streit mit dem Bf. von Basel wegen Landgarben in Liestal, nannten sich Marschalk von Liestal. Mit ihnen starb das Geschlecht aus.


Literatur
– W. Merz, Die Burgen des Sisgaus, 4 Bde., 1909-14, (Stammtaf. in Bd. 4, 53)
– W. Meyer, Burgen von A-Z, 1981, 134-137

Autorin/Autor: Peter Schenker