Mauren (TG)

Ehem. Ortsgem. TG, Bez. Weinfelden. M. mit den Ortsteilen Höggershard, Last und Unterhard liegt am südöstl. Fuss des Ottenbergs. 1803-1994 war M. eine Ortsgem. der Munizipalgem. Berg, seit 1995 ist es Teil der polit. Gem. Berg. 1233 Muron. 1850 385 Einw.; 1900 414; 1950 430; 1990 460. Im MA gehörte M. zu den Gerichten Weinfelden (zu zwei Dritteln), Berg und Bürglen. 1460 gingen vier Höfe an die im Thurgau regierenden eidg. Orte (sog. Hohe Gerichte). Um 1600 konnten Bauern einen Teil der niederen Gerichtsbarkeit von Weinfelden erwerben und das "Häberlin-Gericht" bilden, das bis 1798 aus zwölf bzw. sieben Höfen bestand. M. teilte stets das Schicksal der Pfarrei Berg. Traditionell wurde in M. Acker-, Wein- (bis 1900) und Obstbau betrieben; im Verlauf des 19. Jh. verlagerte sich der Schwerpunkt auf Vieh- und Milchwirtschaft (1850 Käserei). Bereits 1865 wurde eine Melioration durchgeführt. Im 19. Jh. blühte die Kattunweberei. Im Gebäude einer Konkurs gegangenen Maschinenstickerei wurde 1895 eine Anstalt für "schwachsinnige" Kinder eröffnet (heute Sonderschulheim). Obwohl an den Dorfrändern ab 1970 neue Einfamilienhaussiedlungen entstanden, konnte M. seinen Dorfcharakter bewahren.


Literatur
– H. Schalch, Dorf-Gesch. von M., 1979
Thurgauer Tagbl., 25.6.2003

Autorin/Autor: Erich Trösch