• <b>Niklaus Sprüngli</b><br>Linker Teil des Aufrissplans für die Erneuerung des Nydeggstaldens in Bern, vom Berner Architekten um 1759 gezeichnet (Bernisches Historisches Museum). Im Rahmen des Ausbaus der Hauptstrasse zwischen 1757 und 1760 wurden für das Nydeggquartier mehrere Umgestaltungen projektiert. Niklaus Sprünglis Idee einer zweistöckigen Brücke über die Aare wurde nicht realisiert.

No 7

Sprüngli, Niklaus

getauft 6.9.1725 St. Stephan, gestorben 8.12.1802 Bern, ref., von Bern. Sohn des Samuel, Pfarrers, und der Anna Maria Heggi. ∞ 1) 1757 Judith Elisabeth Steck, 2) 1770 Elisabeth Tschiffeli. 1741 begann S. beim Münsterwerkmeister Johann Jakob Jenner eine Lehre. 1746-55 weilte er in Paris und erhielt dort am Akademiewettbewerb Prix de Rome 1754 eine Auszeichnung mit einer Medaille. Dazwischen reiste er nach London, Dresden und Potsdam. Um 1756 dürfte sich S. in Bern niedergelassen haben. Von seinen ersten Projekten (Zeughaus, Staldensanierung) wurde keines ausgeführt. Nach 1757 betraute ihn die Obrigkeit mit zahlreichen Bauten und Renovationen - Kirchen, Pfarrhäuser, Landvogteisitze, Pfrundscheunen sowie gelegentlich Brücken und Wasserdämmen - im ganzen Berner Staatsgebiet. In der 2. Hälfte der 1760er Jahre entstanden zwei seiner Hauptwerke, 1766-67 die Hauptwache und 1767-70 das Hôtel de Musique, beide in Bern. 1770 wurde S. zum Steinwerkmeister gewählt. Dessen Aufgaben reichten von Reparaturarbeiten an Staatsgebäuden in der Stadt bis zu repräsentativen Neubauten. Als wichtigstes Werk aus dieser Zeit gilt der Bau der Bibliotheksgalerie (1773-75, 1909 abgetragen). 1796 wurde er zum Münsterwerkmeister befördert. S.s Bauten für Private sind schwer zu bestimmen. Gesichert sind ein Gartenentwurf für das Schloss Ebenrain bei Sissach (um 1774) und die zwei Pavillons des Kleehofs bei Kirchberg (BE, um 1765). Daneben entwarf S. mehrere Architekturphantasien und im Alter zahlreiche Landschaftsveduten.

<b>Niklaus Sprüngli</b><br>Linker Teil des Aufrissplans für die Erneuerung des Nydeggstaldens in Bern, vom Berner Architekten um 1759 gezeichnet (Bernisches Historisches Museum).<BR/>Im Rahmen des Ausbaus der Hauptstrasse zwischen 1757 und 1760 wurden für das Nydeggquartier mehrere Umgestaltungen projektiert. Niklaus Sprünglis Idee einer zweistöckigen Brücke über die Aare wurde nicht realisiert.<BR/><BR/>
Linker Teil des Aufrissplans für die Erneuerung des Nydeggstaldens in Bern, vom Berner Architekten um 1759 gezeichnet (Bernisches Historisches Museum).
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Literatur
– P. Hofer, Spätbarock in Bern, 1992
– D. Schnell, Niklaus S. (1725-1802), 1996

Autorin/Autor: Dieter Schnell