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Singer, Jakob

getauft 25.7.1718 Forchach im Lechtal (Tirol), gestorben 10.3.1788 Luzern, kath., aus Forchach. Sohn des Johann Georg, Meistergesellen, und der Anna Pföffer. Bruder des Johann Anton ( -> 4). ∞ 1759 Barbara Imbach, von Luzern. 1741 wird S. im Bautrupp von Franz S. in Sachseln erwähnt, danach war er Saisonarbeiter und Baumeister. 1756 wurde er Hintersäss, 1758 Bürger der Stadt Luzern. 1757 fand er gegen den Willen der einheim. Baumeister Aufnahme in die Safranzunft Luzern. 1759 errichtete S. sein Steinhaus im Münzgässlein in Luzern. 1745-88 plante und baute er zahlreiche Kirchen, Kapellen und profane Gebäude in der ganzen Zentralschweiz. Er entwickelte einen neuen, spätbarocken Kirchentyp, dessen weiter, heller Boudoirraum im Bodenniveau, im Gewölbe und in den gerundeten Seitenaltarnischen mit dem breit geöffneten Chor zur Einheit verschliffen ist. Dabei orientierte er sich wohl an den Bauten der in St. Mang bei Füssen (Bayern) beschäftigten Baumeister oder etwa bei Johann Caspar Bagnato. Die einfachen Saalkirchen in Luthern, Escholzmatt, Silenen, Attinghausen, Meggen, Sarmenstorf oder Triengen wurden in Hochdorf und Cham durch querschiffartige Erweiterungen vor dem Choreinzug ergänzt. In der Hallenkirche von Schwyz, seinem Hauptwerk, verschränkte S. Rokokomotive mit klassizist. Monumentalität. Unter den Profanbauten sind das Kollegium Sarnen, die Landsitze Utenberg und Hünenberg sowie zahlreiche Stadthäuser in Luzern zu erwähnen. Die von S. in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Johann Anton und in Konkurrenz zu aber auch in Zusammenarbeit mit Johann Josef und Johann Jakob Purtschert gebaute spätbarocke Kirchenarchitektur wurde von den Söhnen Josef ( -> 5) sowie Joseph Robert und Niklaus Purtschert, die alle drei in Paris gearbeitet hatten, klassizistisch weiterentwickelt. So entstand ein Schema, das bis in die Mitte des 19. Jh. Verwendung fand.


Literatur
– H. Horat, Die Baumeister S. im schweiz. Baubetrieb des 18. Jh., 1980

Autorin/Autor: Heinz Horat