26/06/2001 | Rückmeldung | PDF | drucken

Amlikon

Ehem. Orts- und Munizipalgem. TG, polit. Gem. A.-Bissegg (seit 1995), Bez. Weinfelden. Die 1803-1994 bestehende Ortsgem. umfasste das am linken Thurufer gelegene Brückendorf A. (1282 Amlikon) an der Landstrasse Konstanz-Wil (SG). Die Munizipalgem. bestand aus den Ortsgem. A., Bissegg, Griesenberg und Strohwilen. Ehem. Munizipalgem. A.: 1850 1'181 Einw.; 1900 1'097; 1960 1'033; 1990 963. Ehem. Ortsgem. A.: 1850 278 Einw.; 1900 303; 1970 258; 1990 352. A. lag im HochMA im Einflussbereich der Frh. von Bussnang. Von der Mitte des 13. Jh. bis 1798 gehörte es stets zur Gerichtsherrschaft Griesenberg, die von einer Seitenlinie der Bussnanger ausging. Pfarrgenössig sind die Amlikoner seit jeher nach Bussnang. Die im 14. Jh. urkundl. erw. Fähre über die Thur wurde um 1727 durch eine Brücke ersetzt. Das Hochwasser vom 15.6.1910 riss die 1821 erstellte gedeckte Brücke weg; die 1911-12 erbaute Brücke in Eisenkonstruktion wurde 1995 durch eine Betonbrücke ersetzt. Das Gemeindegebiet liegt beidseits der Thur. Bis ins 19. Jh. wurden Kornbau in drei Zelgen und Hanfanbau betrieben, dann Vieh-/Milchwirtschaft: 1908 Käserei. Reben werden noch heute kultiviert. Im 19. Jh. bestand eine Ölmühle. Die steile Hohlgasse wurde 1832 durch die S-förmige Dorfstrasse ersetzt. Um die Wende zum 20. Jh. bestanden mehrere Stickereilokale. Die dauerhafte Ansiedlung von Industrie gelang aber nicht; dafür liessen sich etliche Gewerbebetriebe nieder (seit 1934 z.B. ein Bauunternehmen). 1990 zählten 54% der Arbeitsplätze zum 2., aber immer noch 19% zum 1. Sektor. Seit 1963 besteht im Thurvorland ein Segelflugplatz.


Literatur
Thurgauer Tbl., 10.5.1952 (Sonderbeil.); 29.11.1952
– R. Neuweiler, A., 1972

Autorin/Autor: André Salathé