• <b>Erasmus Ritter</b><br>Plan des Grossen Zeughauses in Bern, geschaffen vom Berner Architekten im Jahr 1757 (Burgerbibliothek Bern, Mss.h.h.XXIa.92.3, f. 38). Oben die gegen Süden gerichtete Hauptfassade (Aufriss), in der Mitte der vom Haupteingang bestimmte Längsschnitt in der Symmetrieachse, unten der Querschnitt. Das frühklassizistische Projekt, das zahlreiche grössere Neubauten vorsah, gelangte nicht zur Ausführung.

No 4

Ritter, Erasmus

geboren 4.6.1726 Bern, gestorben 30.6.1805 Bern, ref., von Bern. Sohn des Johann Jakob, Stadtarztes, und der Johanna Catharina Lerber. Bruder des Johann Jakob ( -> 10). ∞ 1765 Johanna Margaretha Knecht. 1739-47 bildete sich R. zum Architekten und Ingenieur aus, u.a. bei Albrecht Stürler in Bern und Jean-Michel Billon in Genf. 1747-49 betrieb er praxisbezogene, ingenieurtechn. und architekton. Studien in Kassel und Göttingen, 1749-54 an der Pariser Ecole des Arts bei Jacques-François Blondel. Er eignete sich die frühklassizist. Architektursprache an und vertiefte seine Ingenieurkenntnisse im Bureau des dessinateurs du Roi bei Jean-Rodolphe Perronet. 1754-56 machte er eine Italienreise. Im Umfeld von Giovanni Battista Piranesi widmete er sich den fortschrittl. Fantasieprojekten und der Architecture peinture mit ägyptisierenden und dor. Entwürfen. 1756-72 war er hauptberufl. Architekt und Ingenieur in Bern. Zu seinen nicht ausgeführten, öffentl. Bauprojekten zählen das Grosse Zeughaus Bern (1757), die Kathedrale Lausanne (1764-66) und die Kirche St. Ursern in Solothurn (1760-63). Aus mangelnder Baubegleitung scheiterten die Simmenbrücke Wimmis (1764-68) und die Kirche Morges (1768-71). Er entwarf die Privatbauten Herrengasse 23 (1760-64) und Amtshausgasse 5 (1764-66) in Bern, die ehem. La Petite Rochette (1764-70) und das Hôtel DuPeyrou (1764-72) in Neuenburg sowie die Landsitze Steiger in Tschugg (1765-75) und Luternau in Stuckishaus (1770-74). Nachdem er sich erfolglos um die Werkmeisterstelle in Bern beworben hatte, wirkte er ab 1772 als Kaufhausverwalter und war nur noch gelegentlich als Architekt tätig. Er verfolgte seine archäolog. Interessen, indem er 1783-86 Grabungs- und Überwachungsarbeiten im röm. Aventicum leitete. Ab 1761 gehörte er der Ökonom. Gesellschaft und ab 1764 der Gesellschaft zu Zimmerleuten in Bern sowie ausländ. Akademien an.

<b>Erasmus Ritter</b><br>Plan des Grossen Zeughauses in Bern, geschaffen vom Berner Architekten im Jahr 1757 (Burgerbibliothek Bern, Mss.h.h.XXIa.92.3, f. 38).<BR/>Oben die gegen Süden gerichtete Hauptfassade (Aufriss), in der Mitte der vom Haupteingang bestimmte Längsschnitt in der Symmetrieachse, unten der Querschnitt. Das frühklassizistische Projekt, das zahlreiche grössere Neubauten vorsah, gelangte nicht zur Ausführung.<BR/><BR/>
Plan des Grossen Zeughauses in Bern, geschaffen vom Berner Architekten im Jahr 1757 (Burgerbibliothek Bern, Mss.h.h.XXIa.92.3, f. 38).
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Werke
Mémoire abrégé et recueil de quelques antiquités de la Suisse avec des dessins levés sur les lieux depuis 1783, 1788
Literatur
– T. Loertscher, Erasmus R. (1726-1805), 1993
"Währschafft, nuzlich und schön", Ausstellungskat. Bern, 1994

Autorin/Autor: Thomas Loertscher