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No 2

Moosbrugger, Caspar

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geboren 15.5.1656 (Andreas) Au (Bregenzerwald),gestorben 26.8.1723 Einsiedeln, kath., aus dem Vorarlberg. Aus einer Baumeisterfamilie. 1670-73 machte M. in der Auer Zunft bei Christian Thumb eine Lehre und arbeitete ab 1674 als Steinmetz in Einsiedeln unter Johann Georg Kuen. 1682 legte er die Profess als Laienbruder in der Benediktinerabtei Einsiedeln ab. Der in der Vorarlberger Bautradition verankerte Handwerker bildete sich weiter, indem er publizierte ital. Architektur kopierte und nachkonstruierte. Dank ausgedehnter Beratertätigkeit als Ordensbaumeister in der Schweiz, im Bodenseegebiet und später im Schwarzwald, der sich auf vielen Baustellen ein breites Wissen aneignete, und dank seiner Fähigkeit, Kritik umzusetzen, gelang es ihm, grosse, ungewohnt freie Formen zu finden. Zahlreiche schwach begründete Zuschreibungen verfälschen jedoch den Blick auf sein Werk. Belegt ist M.s Beteiligung an Bauten an den Klöstern Disentis (1683-99), Muri (1684-94), Münsterlingen (1684-1714) und Fischingen (1699-1716), den Schlössern Freudenfels (1689-92) und Herdern (1689-94), der Pfarrkirche Galgenen (1691), am Herrschaftshaus in Walterswil bei Baar (1693), den St.-Anna-Kapellen Frauenfeld-Oberkirch (1697) und Schindellegi (1698) sowie dem Frauenkloster Altdorf (1704). Auf seinen Plänen fussten die Arbeiten an der Klosterkirche Katharinenthal (vor 1700), den Klöstern Rheinau (1702, 1719) und Kalchrain (1702, 1705), der Pfarrkirche Lachen (1703), der Kartause Ittingen (1703), dem Kloster Engelberg (1704), der Pfarrkirche Netstal (1704), einer Kirche über kreuzförmigem Grundriss (1705, wohl St.-Verena-Kapelle Zug), der St.-Ursenkirche Solothurn (1711), dem Klosterportal Seedorf (1720) sowie dem Kloster St. Gallen (1721). M. selbst führte die Kirchenverlängerung im Frauenkloster Sarnen (1687), die Bauten am Kloster Fahr (1689-1701), an der Meinradskapelle Etzel (1698) und am Westflügel des Frauenklosters Seedorf (1720) durch. Als sein Meisterwerk gilt der Neubau von Kloster und Kirche Einsiedeln (1702-23).


Literatur
Die Vorarlberger Barockbaumeister, Ausstellungskat. Einsiedeln und Bregenz, 1973
– N. Lieb, Die Vorarlberger Barockbaumeister, 31976
NDB 18, 76

Autorin/Autor: Heinz Horat