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Jung, Ernst Georg

geboren 27.2.1841 Basel, gestorben 3.12.1912 Winterthur, ref., Freimaurer, von Basel. Sohn des Karl Gustav ( -> 5) und der Sophie geb. Frey. ∞ 1) 1870 Fanny Biedermann, Tochter des Alois Emanuel Biedermann, 2) 1889 Anna Egg, Tochter des Johann, Textilkaufmanns. 1858-61 Maurer- und Steinhauerlehre bei Christoph Riggenbach in Basel. 1861-63 und 1865 Stud. an der Berliner Bauakademie. Danach Bauführer in Berlin. 1867-69 Bauleiter der Villa Bühler-Egg in Winterthur (bei Friedrich Ludwig von Rütte). 1869-1907 eigenes Büro in Winterthur, ab 1889 in Bürogemeinschaft mit Otto Bridler. Als führender Baumeister der Winterthurer Industriellen erstellte J. nebst Villen (u.a. Bühlstein, Rychenberg) und öffentl. Bauten (u.a. Schulhaus St. Georgen) auch Industriebauten und Arbeitersiedlungen für die Schweiz. Lokomotiv- und Maschinenfabrik und die Gesellschaft für Erstellung billiger Wohnhäuser in Winterthur (Schöntal, Deutweg, Geiselweid usw.). Er bekleidete zahlreiche Ämter, u.a. war er 1884-90 Grossmeister der Freimaurerloge Alpina und 1899-1905 Präs. des Schweiz. Kunstvereins. J. gilt als bedeutendster Architekt des Historismus in Winterthur. Als Villenspezialist führte er hier die engl. Neugotik und den Sichtbacksteinbau ein. Im schweiz. Arbeitersiedlungsbau war er ein Pionier.


Werke
Aus meinem Leben, 1909
Literatur
– G. Brossard, D. Oederlin, Architekturführer Winterthur 1, 1997
Architektenlex., 301 f.
– M. Flury-Rova, «Ernst J. - Architekt und Freimaurer», in Im Orient von Winterthur, 2004, 78-89
– M. Flury-Rova, Ernst J., (in Vorb.)

Autorin/Autor: Barbara Junod