• <b>Samuel Jenner</b><br>Bad Schinznach mit dem 1696 erbauten neuen Gasthaus von  Samuel Jenner.   Kupferstich von Johann Melchior Füssli, 1702 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv). Mit der Neufassung der Quelle auf dem rechten Aareufer und dem Bau eines neuen Gästetrakts schuf Jenner die Voraussetzung für die Entwicklung seiner Badeanstalt zum schweizerischen Modebad des 18. Jahrhunderts. Die hier noch sichtbaren bescheidenen Ökonomiegebäude ersetzte er wenige Jahre später durch stattlichere Bauten. Das Badehaus liegt im Hintergrund rechts an der Aare.

No 7

Jenner, Samuel

geboren 1653 Bern, gestorben 6.3.1720 Schinznach, ref., von Bern. Sohn des Hans Rudolf, Landvogts von Landshut. ∞ 1681 Anna Maria Pauli-Dünz. Ab 1691 Grossrat, ab 1696 Konzessionär der Badequelle Schinznach, 1703-09 Unterspitalvogt. Nach einer Steinmetzausbildung bei seinem Schwager Abraham Dünz dem Älteren und der Meisterprüfung 1680 besetzte J. 1682-88 die Stelle eines Steinwerkmeisters der Stadt Bern und baute u.a. 1682-84 das Barfüsserkloster zur Alten Hochschule um. Als Werkmeister am Münster 1688-1703 war er für den Unterhalt des Berner Münsters und der kirchl. und obrigkeitl. Anlagen verantwortlich. Zudem errichtete er auf dem Land Brücken, Kirchen (z.B. Villars-le-Grand 1689-91), Pfarr-, Verwaltungs- und Lagerhäuser (z.B. Kornhaus Morges 1690-92). Als Baugutachter war J. 1711-14 Mitglied des Kanderdirektoriums. Seine privaten Bauten wie etwa das Zunfthaus zum Distelzwang in Bern (1700-03) oder die eigene Badeanstalt in Schinznach, das sog. Schinznacherbad (1693-1710), sind kaum erforscht. J. gilt nach seinem Lehrer Abraham Dünz als Hauptmeister des ausgehenden Berner Frühbarock, der die lokale Werkmeistertradition behutsam mit den auswärtigen Entwicklungen verband und weiterentwickelte. Seine Vertrautheit mit der franz. Baukunst bewog die Obrigkeit, ihn 1704 als Begleiter seines Amtsnachfolgers Abraham Dünz des Jüngeren auf eine Studienreise nach Genf zu schicken.

<b>Samuel Jenner</b><br>Bad Schinznach mit dem 1696 erbauten neuen Gasthaus von  Samuel Jenner.   Kupferstich von Johann Melchior Füssli, 1702 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).<BR/>Mit der Neufassung der Quelle auf dem rechten Aareufer und dem Bau eines neuen Gästetrakts schuf Jenner die Voraussetzung für die Entwicklung seiner Badeanstalt zum schweizerischen Modebad des 18. Jahrhunderts. Die hier noch sichtbaren bescheidenen Ökonomiegebäude ersetzte er wenige Jahre später durch stattlichere Bauten. Das Badehaus liegt im Hintergrund rechts an der Aare.<BR/>
Bad Schinznach mit dem 1696 erbauten neuen Gasthaus von Samuel Jenner. Kupferstich von Johann Melchior Füssli, 1702 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).
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Literatur
Kdm AG 2, 1953; 6, 1976
Kdm BE Stadt 1, 1952; 2, 1959; 3, 1947; 4, 1960
Kdm BE Land, 1-2, 1985-1998
Kdm VD, 5, 1998
– M. Fontannaz, Les cures vaudoises, 1986
– M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988

Autorin/Autor: Thomas Loertscher