• <b>Nicolaus Hartmann</b><br>Innendekoration aus geschnitztem Arvenholz, präsentiert an der Bündnerischen Industrie- und Gewerbeausstellung 1913 in Chur. Foto von  Rudolf Zinggeler (Schweizerische Nationalbibliothek, Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege, Sammlung Zinggeler). Die Freie Vereinigung Oberengadiner Gewerbetreibender beteiligte sich an der Ausstellung mit einem vollständig ausgestatteten "Engadiner Haus", das unter der Leitung von Nicolaus Hartmann ganz im Sinne des vom Jugendstil vertretenen Ideals des Gesamtkunstwerks gestaltet worden war. Nach der Ausstellung verlegte der Architekt die Ausstattung in sein Wohnhaus, das Haus Heimat, in St. Moritz.

No 22

Hartmann, Nicolaus

geboren 2.5.1880 St. Moritz, gestorben 17.7.1956 St. Moritz, von St. Moritz und Schiers. Sohn des Nicolaus ( -> 21). ∞ 1) 1906 Augusta Cavegn, von Ilanz und Bever, 2) 1936 Bertel Wolf. Primarschule in St. Moritz, 1897-1900 Industrieschule in Lausanne, 1900-03 Techn. Hochschule in Stuttgart bei Prof. Theodor Fischer. 1903 übernahm H. das väterl. Architekturbüro und Baugeschäft in St. Moritz. 1905 gehörte er zu den Mitgründern der Bündner Sektion der Schweiz. Vereinigung für Heimatschutz. H. war einer der wichtigsten Vertreter der frühen Heimatschutzbewegung in Graubünden. Mit dem Engadiner Museum in St. Moritz (1905) schuf er die Replik eines traditionellen Engadinerhauses. Der Rückgriff auf traditionelle einheim. Bauformen machte sich auch bei den Hotels La Margna (1906-07) in St. Moritz und Alpenrose (1905-08) in Sils Maria bemerkbar. Für das Segantini-Museum (1908) in St. Moritz und das Verwaltungsgebäude der Rhät. Bahnen (1907-10) in Chur verwendete H. eine monumentalisierende, der Symmetrie verpflichtete Formensprache. Neben Einzelprojekten befasste er sich mehrmals mit Planungsfragen (1914 Planungswettbewerb Samedan, 1915 Vorprojekt für eine Bodenreform St. Moritz, 1921 Wiederaufbauprojekt für das niedergebrannte Dorf Sent). H.s Bedeutung liegt in seiner Rückbesinnung auf handwerkl. Qualitäten, regionale Bauformen und -materialien; zeitlebens hielt er an einer traditionsgebundenen Architektursprache fest. 1927-42 war er Mitglied des Schweiz. Schulrates.

<b>Nicolaus Hartmann</b><br>Innendekoration aus geschnitztem Arvenholz, präsentiert an der Bündnerischen Industrie- und Gewerbeausstellung 1913 in Chur. Foto von  Rudolf Zinggeler (Schweizerische Nationalbibliothek, Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege, Sammlung Zinggeler).<BR/>Die Freie Vereinigung Oberengadiner Gewerbetreibender beteiligte sich an der Ausstellung mit einem vollständig ausgestatteten "Engadiner Haus", das unter der Leitung von Nicolaus Hartmann ganz im Sinne des vom Jugendstil vertretenen Ideals des Gesamtkunstwerks gestaltet worden war. Nach der Ausstellung verlegte der Architekt die Ausstattung in sein Wohnhaus, das Haus Heimat, in St. Moritz.<BR/>
Innendekoration aus geschnitztem Arvenholz, präsentiert an der Bündnerischen Industrie- und Gewerbeausstellung 1913 in Chur. Foto von Rudolf Zinggeler (Schweizerische Nationalbibliothek, Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege, Sammlung Zinggeler).
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Literatur
– L. Dosch, Die Bauten der Rhät. Bahn, 1984, 147-155, 214
Architektenlex., 253

Autorin/Autor: Isabelle Rucki