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Hardegger, August

geboren 1.10.1858 St. Gallen, gestorben 12.1.1927 Luzern, kath., von Alt St. Johann. Sohn des Josef, Staatsarchivars, und der Albertina geb. Segouin. ∞ Barbara Theresia Müller. Gymnasium in St. Gallen, Architekturstud. in Stuttgart. Nach Praktika bei versch. Architekten in St. Gallen und Zürich (u.a. bei Robert Weber) und Studienreisen nach Venedig, Rom und Florenz, liess er sich um 1880 in St.Gallen nieder, wo er anfänglich zusammen mit Wilhelm Hanauer und nach 1887 alleine ein Architekturbüro führte. 1912 Übersiedlung nach Disentis, wo er sich vermehrt auch der zeichner. Dokumentation und Inventarisation von Baudenkmälern widmete. 1917 Dissertation über die Stiftskirche von St. Gallen. Als Architekt schuf er zahlreiche private und öffentl. Bauten und besass ähnlich wie Wilhelm Keller für weite Teile der kath. Schweiz das Monopol für den Kirchenbau in der Zeit von 1880 bis 1910. In allen seinen Bauten blieb H. dem Historismus verbunden. Im Kirchenbau verband er altchristl., neugot. und neurom. Formen mit fortschrittl. neuen Raumformen, deren zentralisierende Tendenzen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Kirchenarchitektur im ausgehenden 19. Jh. leisteten. Viele seiner Bauten gehören heute zum festen Bestandteil der historist. Sakralarchitektur der Schweiz.


Literatur
– A. Meyer, August H., Architekt und Kunstschriftsteller, 1858-1927, 1970
– J. Huber, «Architekt H. im Rheintal», in Unser Rheintal 54, 1997, 134-165
Architektenlex., 252

Autorin/Autor: André Meyer