Salenstein

Polit. Gem. TG, Bez. Kreuzlingen. S. liegt auf einer Terrasse des Seerückens zwischen Berlingen und Ermatingen. 1816-1979 bildeten die Ortsgem. Fruthwilen, Mannenbach und S. die Munizipalgem. S., 1979 schlossen sich die genannten Ortsgem. und die Munizipalgem. S. zur polit. Gem. S. zusammen. 1190 Salwinstein (Kopie), 1204 salostain. Polit. Gem.: 2000 1'108 Einw. Ehem. Munizipalgem. S.: 1850 890 Einw.; 1900 782; 1950 850; 1970 876. Ehem. Ortsgem. S.: 1850 459 Einw.; 1900 380; 1950 396; 1970 459. Im Eichholz traten Grabhügel aus der Hallstattzeit (750-450 v.Chr.) zutage. Im 11. Jh. wurde die Burg S. errichtet, die wie die jüngeren Burgen Sandegg und Riederen von Ministerialen der Abtei Reichenau bewohnt war. Die Grund- und Herrschaftsrechte in S. gehörten meist dem Kloster, das auch die niedere Gerichtsbarkeit ausübte (1483 Offnung). 1401 begründete die Adlige Klara von Breitenstein im Götschenholz das Beginenhaus Blümlistobel. Vor 1520 wurde im kleinen Kloster die Augustinerregel eingeführt, 1534 brannte das Gebäude nieder und wurde 1537 neu erstellt. Die letzte Schwester bewohnte Blümlistobel bis 1545 und trat dieses dann gegen ein Leibgeding (Nutzniessungsrecht) an das Kloster Reichenau ab. Kirchlich teilte das ab 1529 mehrheitlich ref. S. das Schicksal von Ermatingen, zu dessen Kirchgemeinde und Pfarrei es gehört. In der frühen Neuzeit verschuldete sich S., worauf es mehrmals um Kredit nachsuchen und 1573 als Sicherheit seinen Allmendwald einsetzen musste. Dank des milden Klimas wurden Reben, Obstkulturen (Kirschen) und Gärten angelegt. Um 1750 entwickelte sich eine Heimindustrie (Weber und Stricker). 1817 erwarb Hortense, die Adoptivtochter Napoleons I., das Schloss Arenenberg und gestaltete dieses zur Exilresidenz um. S. ist aufgrund der bevorzugten Wohnlage eine wohlhabende bzw. eine der steuergünstigsten Gem. des Kantons. 1798-2010 gehörte S. zum Bez. Steckborn.


Literatur
HS IX/2, 684-688
Kdm TG 6, 2001, 267-320
– D. Gügel, Arenenberg, 2009

Autorin/Autor: Erich Trösch