Rheinfelden, Truchsessen von

Ursprünglich in R. fassbares Adelsgeschlecht. Der Wappenschild, fünfmal geteilt, lässt auf Verwandtschaft mit den ebenfalls in R. sitzenden Herren von Schauenburg schliessen. 1152 wurden die R. als Ministerialen der Hzg. von Zähringen erwähnt. Vielleicht stammt das Truchsessenamt noch aus der Zeit der Gf. von R. Die Fam. gehörte zur Führungsschicht der Stadt R., deren Wappenbild mit dem der R. in veränderter Tinktur identisch ist. Mehrere Vertreter der Fam. sind als Schultheissen und Ratsherren zu R. bezeugt, so Henmann I. (1324), Henmann III. (1405) und Werner VI. (1450). Die R. waren mit dem Adel der Umgebung verschwägert, geistl. Angehörige traten in Beromünster, Olsberg und St. Clara zu Basel auf. Ende des 16. Jh. verschwand die Fam. aus R.: 1596 wurde Hans Kaspar von seinem Schwager in der Herrenstube zur Sonnen in einem Raufhandel getötet. Jakob II. und sein Sohn sassen um 1570 als Bürger von Basel auf dem Weiherhaus Pratteln. Vorwiegend war aber das Geschlecht im Elsass anzutreffen. Mehrere Angehörige der Fam. traten dem Dt. Ritterorden bei. Von Wilhelm Anton (gestorben 1827), der in Colmar als Oberst der Nationalgarde diente, stammen die späteren Angehörigen des Geschlechts ab. Marie-Philippe Arsène, der 1862 maréchal des logis (Feldwebel) im 6. Artillerieregiment war, ist der letzte bekannte Vertreter der Fam. in Frankreich.


Literatur
– W. Merz, Die Burgen des Sisgaus 3, 1910, (Stammtaf. 8)
– K. Schib, Gesch. der Stadt R., 1961, 71-75

Autorin/Autor: Werner Meyer