Nussbaumen

Ehem. Ortsgem. TG, polit. Gem. Hüttwilen, Bez. Steckborn. Das im Seebachtal liegende N. gehörte 1803-51 (ab 1812 mit Steinegg) zur Munizipalgem. Eschenz; nach deren Teilung war N. bis 1996 Teil der Munizipalgem. Hüttwilen. 857 Nuzpouma. 1850 458 Einw.; 1900 372; 1950 356; 1990 456. 1162 gelangte der Zehnten von N. an St. Gallen. 1216 übte Diethelm von Steinegg in der Vogtei N. die niedere Gerichtsbarkeit aus. 1348 gehörte die Vogtei Hartmann von Gachnang, im 15. Jh. u.a. den von Klingenberg. 1583 erwarb Zürich N. und liess es bis 1798 vom Obervogt von Steinegg verwalten. Da N. bis 1823 nach Stammheim pfarrgenössig war, blieb die um 1000 erbaute Kapelle St. Leonhard nach der Reformation 1524 lange ausser Gebrauch. 1823 bildete N. mit Uerschhausen eine Kirchgemeinde. Die Gem. besass Güter im Schomatwald sowie Torfgebiet, sog. Turbenland. Um 1750 bauten die Einwohner Hanf und Reben an, im 20. Jh. begann der Tabakanbau und es wurden grosse Meliorationen durchgeführt. 1897 bestanden 6, 1912 13 Stickereien sowie eine Mühle. Zu Beginn des 21. Jh. gab es in N. eine Gürtelfabrik und eine Baumschule.


Literatur
– A. Vögeli, N. 858-1958, 1958
Kdm TG 6, 2001, 176-193

Autorin/Autor: Erich Trösch