Radegg, Schad von

Adelsgeschlecht des 12.-14. Jh., dessen Herrschaftszentren auf der vor 1250 abgegangenen Burg R. bei Berg am Irchel, auf der Burg R. bei Osterfingen im Klettgau und um Lohn im westl. Hegau lagen. Die ab 1188 fassbare Fam. besass wahrscheinlich Güter aus dem Nellenburger Erbe, was verwandtschaftl. Beziehungen zu den von Küssenberg nahelegt. Nach deren Aussterben zwischen 1241 bis 1245 dürfte die Fam. Besitzungen in der Umgebung von Diessenhofen auf kyburg. Druck an das mit den Herren von Teufen und Humlikon gestiftete Kloster St. Katharinental übertragen haben. Weiteren Besitz liquidierten sie bis gegen 1300. Als letzter weltl. R. starb Heinrich nach 1301. Ob die niederadligen von R., die nach dem Aussterben der Fam. 1333 ihr Wappen übernahmen, ein früher Zweig der Fam. oder nur ihre Diener waren, ist offen.


Literatur
– K. Schib, «Chronik der Ausgrabungen und Gesch. der Herren von R.», in SchBeitr. 15, 1938, v.a. 251-260
GHS 2, 125-131
– Sablonier, Adel, 28, 38, 42, 81, 90, 120
– E. Eugster, Adlige Territorialpolitik in der Ostschweiz, 1991, 105, 126-128, 157, 168 f.

Autorin/Autor: Martin Leonhard