Rümligen, von

Im HochMA freiherrl., im 13. und 14. Jh. als ritteradlig qualifiziertes Geschlecht im Bernbiet. Bis gegen 1250 sind nur vereinzelte Vertreter erwähnt, erstmals um 1075 die Brüder Lütold und Reginfred "de castello quod dicitur Rumelingen" als Stifter des Cluniazenserpriorats Rüeggisberg. Plausibler als die Konstruktion einer agnat. Familienfolge ist die Annahme versch. Herrschaftsansprecher, die sich nach der Burg R. am Längenberg über dem Gürbetal nannten. Die in der älteren Historiografie postulierte sog. Entfreiung im 13. Jh. ist unter diesem Blickwinkel ebenso überholt wie die ältere genealog. Stammtafelkonstruktion, die für das ausgehende 13. Jh. fehlerhaft ist. Die R. besassen Allodialgüter und Reichslehen im Gebiet zwischen Gürbe und Sense sowie einzelne Güter östlich der Aare und Reben bei Le Landeron. Heiratsverbindungen sind nur mit den Ritteradligen Swaro von Wartenstein und den Frh. von Kramburg sicher nachgewiesen. Beginnend mit Gerhard (erw. 1240-1257) war das Geschlecht mit Bern verburgrechtet. Einzelne R. waren im städt. Rat vertreten, z.B. Berchtold (erw. ab 1294), der 1320/21 als Berner Schultheiss bezeugt ist. Als Inhaber der Kastvogtei über das Kloster Rüeggisberg ist die Fam. erstmals 1276 nachweisbar, dürfte aber bereits früher über dieses Amt verfügt haben, welches Rudolf 1326 an einen Berner Bürger verkaufte. Während die Hauptlinie nach der Mitte des 14. Jh. vermutlich ausstarb, wird um diese Zeit eine Linie im Simmental - ohne genealog. Zusammenhang - fassbar. In der älteren Literatur wird über eine Heirat einer Alisa mit Peter von Sommerau eine kognat. Fortführung des Geschlechts mit Übernahme des Namens von R. durch Gilian angenommen, dessen Nachkommen die Herrschaft 1515 an Berner Bürger veräusserten und in der 2. Hälfte des 16. Jh. verarmt ausstarben.


Quellen
FRB, 1-10
Literatur
– K.L. Stettler, Gesch. und Genealogie der wichtigsten edlen Berner Geschlechter [...], 1828, (BBB)
– E.F. von Mülinen, Beitr. zur Heimathkunde des Kt. Bern dt. Theils, H. 4, 1883

Autorin/Autor: Franziska Hälg-Steffen