Rosenegg, von

Freiherrenfamilie des 13. bis 15. Jh. Ihr Besitz lag v.a. im Hegau mit der Burg R. (heute Gem. Rielasingen-Worblingen, Baden, D), einem Reichenauer Lehen, daneben entlang des Rheins in den heutigen Kt. Schaffhausen, Thurgau, Zürich und ab dem 14. Jh. auch im Aargau. Die R. und die Frh. von Klingen erscheinen in den Quellen oft im gleichen Zusammenhang und auch die von Klingen verfügten u.a. über Streubesitz entlang des Rheins, was auf eine frühe Verbindung der beiden Fam. hinweist. Heinrich (1248-62), der erste erw. R., war 1252 an der Gründung des Klosters Feldbach beteiligt. Nachdem die Brüder Werner (1312-vor 1344) und Heinrich (1312-vor 1335) den Besitz geteilt hatten, gelangte Heinrichs Anteil über dessen Tochter an die Herren von Lupfen, die 1480 auch den übrigen Besitz erbten. Den Zenit erreichte die Fam. in der 2. Hälfte des 14. Jh. mit Johann (1346-89 erw.), der 1362 österr. Landrichter in Konstanz und 1372-76 im Thurgau war und dessen Ehe mit einer von Tengen die Herrschaft Wartenfels bei Olten in den Familienbesitz brachte. Zwei seiner mutmassl. Söhne wirkten als Äbte, Werner 1385-1402 von Reichenau und Hugo (1398-1418 erw.) 1402-18 von Einsiedeln. Heinrich (1392-1443), Hauptmann der Gesellschaft St. Jörgenschild, und Hans (1409-19 erw.) liessen sich wohl als Folge der polit. Entwicklung, wie etwa der Appenzeller Kriege 1401-29, auf Wartenfels nieder. Wirtschaftl. Druck zwang die Fam. im 15. Jh. zur Liquidation immer grösserer Teile des Besitzes. So verkaufte sie 1458 Wartenfels an die verschwägerten von Bubenberg. Mit Hans' gleichnamigem Sohn, der sich nach Stein am Rhein zurückzog, starb die Fam. 1480 aus.


Literatur
– G. Streit, «Adelsgeschlechter in Rielasingen», in Hegau 38, 1981, 39-64
– G. Streit, «Zur Gesch. von Schloss Wartenfels und der Beziehungen Lostorfs zum Hegau», in Oltner Njbl. 59, 2001, 29-31
– M. Losse, «R., das verschwundene Bischofsschloss», in Hegau 60, 2003, 181-198

Autorin/Autor: Martin Leonhard