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Ringgenberg, von

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Adlige Familie. Die ab 1231 als Inhaber der Reichsvogtei am Brienzersee amtenden R. nannten sich erst Vögte von Brienz, nach Verlegung des Sitzes in die Burg R. ob Ringgenwil um 1240 indessen bald R. (1262 Ringenberc). Ihre Herkunft ist umstritten und wird aufgrund eines nur gütergeschichtlich nachweisbaren Zusammenhangs mit einem hochadligen Brüderpaar von Oppligen (1146 erw.) entweder im Kt. Uri oder im bern. Seeland vermutet, von wo aus sich ein Zweig der Fam. ab dem 12. Jh. am rechten Brienzerseeufer niedergelassen haben soll. Ein anderer Zweig ist ab dem frühen 13. Jh. im Wallis unter dem Namen von Raron bekannt, wobei ein Zusammenhang dieser Zweige nur für 1219 mit den Brüdern Cuno und Arnold von Brienz, Stifter des Lazariterhauses in Seedorf (UR) einerseits und mit Rudolf und Heinrich von Raron andererseits belegt ist. Der frühe Allodialbesitz der Fam. von Brienz umfasste die volle Herrschaft am rechten Ufer und am oberen Ende des Brienzersees sowie Güter in Unterwalden, Uri und in der Bielerseeregion. Konnubium bestand mit den Frh. von Wädenswil, dem Unterwaldner Landammännergeschlecht von Hunwil und ansonsten v.a. mit ritteradligen Geschlechtern. Um 1250 scheinen die R. in eine gewisse Lehensabhängigkeit von den Gf. von Kyburg getreten zu sein.

Johannes ( -> 2) erwarb sich als Gefolgsmann von Ks. Heinrich VII. das Recht zum Einzug aller entfremdeten Reichslehen im burgund. Raum, das er aber nicht geltend machen konnte. In den im 14. Jh. zunehmenden Auseinandersetzungen um die Hegemonie im Oberland zwischen der Stadt Bern und der österr. Landesherrschaft versuchte er die eigenen Interessen mit Hilfe einer lavierenden Politik zu wahren. Als Habsburg-Österreich nach 1315 von einer Vorherrschaft im Berner Oberland absah und Bern an dessen Stelle rückte, distanzierte sich Johannes von Bern und wurde Gefolgsmann des von Bern nicht anerkannten Ks. Ludwig des Bayern. Die bereits vor Mitte des 14. Jh. fassbare Verschlechterung der ökonom. Lage der Fam. verstärkte sich unter dem Sohn von Johannes, Philipp II. (1331-74 erw.), der polit. Rückhalt mittels ehel. Verbindung mit den von Hunwil in Unterwalden suchte. 1351 verpfändete er einen Teil der Herrschaft inklusive Burg an die Propstei Interlaken. Als Philipps Sohn Petermann (1358-ca. 1390 erw., 1378 in Thun, 1386 in Bern eingebürgert) versuchte, die Finanzen mit Hilfe einer Steuererhöhung zu verbessern, führte dies 1380-81 zu einem Aufstand der Vogtleute, dem sog. Ringgenberger Handel. Petermann starb um 1390/91 ohne männl. Erben. Seine Töchter Beatrix und Ursula hielten das Reichslehen R. bis zum Verkauf ans Kloster Interlaken 1411 und 1439.


Literatur
– R. Durrer, «Die Frh. von R., Vögte von Brienz, und der Ringgenberger Handel», in JSG 21, 1896, 195-392
– D. Rogger, Obwaldner Landwirtschaft im SpätMA, 1989, 104-115

Autorin/Autor: Franziska Hälg-Steffen