Lanzenneunforn

Ehem. Ortsgem. TG, polit. Gem. Herdern, Bez. Steckborn. Das bäuerl. Dorf L. am Seerücken gehörte mit den Weilern Ammenhausen, Kugelshofen, Schweikhof und Wilen 1816-1997 als Ortsgem. zur Munizipalgem. Herdern. 1332 Núforon. 1850 399 Einw.; 1900 294; 1950 361; 1990 356. L. liegt an der röm. Strasse Pfyn-Eschenz. Die Vogtei L. gehörte zur Herrschaft Liebenfels, einem Lehen des konstanz. Domstifts (Domkapitels). Im 14. Jh. war die Herrschaft im Besitz der konstanz. Ministerialen von Liebenfels. 1395 kam sie an die Fam. von Tettikofen, 1463 an Hans Lanz von Liebenfels und 1572 an die Fam. von Gremmingen. Das Kloster St. Urban übernahm 1653 Liebenfels samt der niedergerichtl. Appellation. L. war stets nach Pfyn kirchgenössig und blieb 1528 katholisch. Um 1740 wurde eine Kapelle erbaut. Im HochMA wurde Viehzucht betrieben, hinzu kamen Wiesen, Acker-, Obst-, und Rebbau. Unter den Gewerben fand sich um 1850 eine Seidenraupenzucht, 1862 eine Holzsohlenfabrik. Im 20. Jh. kamen eine Käserei, eine Gärtnerei, eine Schreinerei, eine Bank und eine Autowerkstatt hinzu. 1986 erstellte die Schulgem. Dettighofen-L. eine Mehrzweckhalle.


Archive
– StATG, Herrschaftsarchiv
Literatur
– J.J. Kurz, «Das landwirtschaftl.-gewerbl. Leben in Liebenfels und den liebenfels. Höfen zu Nüfren, Ammenhausen, Eggmühle, Höfle, Weirsholz, Wylen und Kobeltshofen nebst dem Schwaikhof», in ThBeitr. 28, 1888, 45-70
Kdm TG 6, 2001, 72-87

Autorin/Autor: Erich Trösch