Greifenstein, von

Hochadeliges Bündner Geschlecht aus dem 13. Jh., das die Burg G. bei Filisur besass. Wahrscheinlich handelt es sich bei der Fam. um einen Zweig der Nobiles von Sagogn, der sich von diesen um 1200 abspaltete. Eine nähere Beziehung zu den gleichnamigen Südtiroler Grafen, die 1166 ausstarben, ist hingegen nicht bezeugt. Güter und Rechte besass die Fam. in Filisur, Bergün, Latsch und Stuls. Ihr erster bekannter Vertreter Rudolf, der vermutlich mit dem 1210 genannten Rudolf von Sagogn identisch ist, war 1233 massgeblich an der Ermordung des Churer Bf. Berchtold I. bei Rueun beteiligt. Als Strafe verpflichtete ihn der Papst zur Teilnahme an einem Kreuzzug, den dieser nach Androhung der Exkommunikation 1237 offenbar auch antrat. Heinrich und Albert, wohl Rudolfs Söhne, traten 1243 als Zeugen einer Güterübertragung von Vaz an das Kloster Salem auf. Möglicherweise setzte Heinrich die Fam. ab 1252 unter dem Namen von Wildenberg fort (belegt bis 1265). Kurz vor 1300 residierte auf der Burg G. ein Wildenberger Amtmann. 1319 verpfändete Anna von Wildenberg, wahrscheinlich die Enkelin von Heinrich, diese gemeinsam mit ihrem Ehemann Hugo von Werdenberg an das Hochstift Chur.


Literatur
– J.L. Muraro «Untersuchungen zur Genealogie der Frh. von Wildenberg und von Frauenberg», in Churrät. und st. gall. MA, hg. von H. Maurer, 1984, 67-89
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 64 f.

Autorin/Autor: Martin Leonhard