Granges, de [von Gradetsch]

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Edles Walliser Geschlecht des HochMA, das seinen Namen vom Stammsitz in G. (östlich von Sitten) herleitet, im 11. und 12. Jh. den Grafentitel führte und wohl im 14. Jh. erloschen ist. Die mit reichem Allodialbesitz in und um G. ausgestattete Fam. besass auch Rechte und Güter zu Ayent, Bramois (heute Gem. Sitten), Siders, Icogne, Leuk und Ergisch, sowie altes Familienerbe oberhalb der Massa bis gegen Reckingen. Erster namentl. Vertreter war Gf. Ulrich, Sohn einer Gräfin von G., der 1043 und 1052 als Kastvogt des Bf. von Sitten in den Urkunden erscheint. Der Grafentitel dürfte mit der Beamtung als Kastvogt (advocatus, avoué) in Verbindung stehen. Ausser Ulrich führte nur Otto, der zwischen 1160 und 1181 aktenkundig ist, den Grafentitel. Ottos Sohn Ludwig findet sich 1179 unter den Vasallen Humberts III. von Savoyen, der den Bf. von Sitten befehdete. Die Güter und Rechte der de G. gingen fast ausnahmslos in savoy. Besitz über. Dem Geschlecht entstammten auch Bf. Boson ( -> 1) und vielleicht auch Bf. Ludwig (1150-62), sowie mehrere Würdenträger des Domkapitels.


Literatur
– R. Hoppeler, Das Unter-Wallis und dessen Beziehungen zum Hochstift Sitten während des XIII. Jh., 1897
HS I/5, 154, 166

Autorin/Autor: Bernard Truffer